Bücherschau der Woche
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Klappentext
Die religiösen und gesellschaftlichen Veränderungen, die sich vom römischen Kaiserreich der Zeitenwende bis zum christlichen Imperium der ausgehenden Spätantike vollzogen, haben die Geschichte Europas und des Nahen Ostens bis in die Moderne maßgeblich geprägt. Stroumsa zeichnet einige wichtige Aspekte dieser religiösen Revolution nach und stellt insbesondere die häufig vernachlässigte Rolle des Judentums in diesem Prozessheraus. Sein auch ins Englische und Italienische übersetztes Buch basiert auf vier Vorlesungen, die er im Februar 2004 am renommierten Collège de France gehalten hat. Trotz seiner stupenden Gelehrsamkeit setzt Stroumsa keine spezifischen Fachkenntnisse voraus und richtet sich vorrangig an ein breites, informiertes Publikum.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2012
Michael Stallknecht feiert Guy G. Stroumsas Untersuchung vom Niedergang des antiken Opferkults als "ganz großen" und umwälzenden Wurf. Absolut überzeugend findet der Rezensent die Darstellung des Religionswissenschaftlers, dass insbesondere das Judentum an der Transformation von einer Zivilreligion zu einer vom Einzelnen Glaubensbekenntnisse und individuelle Anstrengungen mit ethischen Implikationen fordernden Religion einen großen Anteil hatte. Nach einer These des Autors hat aber schon die Zerstörung des Tempels in Jerusalem 70 n. Chr. diesen Paradigmenwechsel hervorgerufen, wie der Rezensent erklärt. Das eigentlich Neue an Stroumsas Arbeit ist die Rolle des Judentums bei der Abwendung vom Opferkult, die man gemeinhin erst dem Christentum zuschreibt, so Stallknecht. Vielleicht hat ja auch die offene Form der Vorlesungsreihe, aus der dieses keineswegs dickleibige Buch hervorgegangen ist, erst den Weg für diese neue Sichtweise freigemacht, mutmaßt der Rezensent, der in den Darlegungen auch eine "Quelle brillanter Erleuchtungen" preist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2012
Jan Assmann preist Guy Stroumsas Studie zum Wandel der Religion in der Spätantike als beeindruckend neu und anregend. Er merkt dem Buch an, dass es aus Vorlesungen des Professors für Vergleichende Religion in Jerusalem und Oxford entstanden ist und sieht hierin sogar einen großen Vorzug. Denn Stroumsa legt sein Thema in fünf gut lesbaren und trotz seiner Komplexität kompakten Kapiteln vor, wie er lobt. Das Neue seiner Thesen geht aus der Perspektive des Autors hervor, denn Stroumsa argumentiert aus einem “spezifisch jüdischen" Blickwinkel, wie der Rezensent betont. Dabei gehe es dem Autor allerdings nicht darum, das Christentum “konventionell" aus dem Judentum herzuleiten, bei ihm stehen die beiden Religionen in der Spätantike vielmehr als neue Entwicklungen parallel nebeneinander, so der Rezensent. Sehr überzeugend lege Stroumsa den Wandel von einer Kult- zu einer Buchreligion dar, arbeite heraus, dass es sich hier um eine Entwicklung der Verinnerlichung handelt und sieht in der Abkehr vom Opfer den eigentlichen Wandel in der Religion der Zeit, erklärt Assmann. Deswegen findet er dieses Buch so erhellend, und auch die Übersetzung lobt er als sehr gelungen.
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Guy Stroumsa
Guy G. Stroumsa, geboren 1948, seit 1991 Martin-Buber-Professor für Vergleichende Religionswissenschaft an der Hebräischen Universität in Jerusalem, seit 2009 Professor für monotheistische Religionen an der Universität Oxford. Er ist Mitglied ... mehr lesen







