Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Niederländischen von Sylke Hachmeister. Thomas kann Dinge sehen, die andere nicht sehen können. Er sieht tropische Fische, die in den Grachten schwimmen und erfasst die Magie von Frau Amersfoort, der Nachbarin, die ihren Mann im Widerstand verloren hat. Er sieht die Schönheit von Elisa mit ihrem Bein aus Leder, das beim Gehen knirscht, und sogar Herrn Jesus, der Thomas anbietet, ihn einfach nur Jesus zu nennen. Vor manchen Dingen würde Thomas allerdings am liebsten die Augen verschließen. Aber er nimmt sich vor, dass er keine Angst mehr haben will. Und so wird er jeden Tag etwas mutiger und geht in kleinen Schritten seinen Weg.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.01.2007
Tief berührt bespricht Rezensent Konrad Heidkamp dieses Kinderbuch, das im Amsterdam der fünfziger Jahre spielt und die ewig aktuelle Frage zum Inhalt hat, wie man es schaffen kann, ein glücklicher Mensch zu sein. Im Zentrum steht Heidkamp zufolge ein Neunjähriger mit wenig Voraussetzungen zum Glücklichsein. Der Vater sei ein religiöser, züchtigender Eiferer, die Mutter liebvoll, aber sehr unterdrückt. Eine geheimnisvolle Nachbarin eröffne dem Jungen eines Tages eine Welt aus Büchern, Schallplatten und Fantasie und bezaubert damit nicht nur das Kind, sondern auch den Rezensenten. Auch Sylke Hachmeisters Übersetzung, die den "leichten, heiter vertrauensvollen Ton" des Originals ins Deutsche zu bringen verstand, wird von Heidkamp sehr gelobt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2006
Die Rezensentin Angelika Overath gefällt dieses Buch über einen Jungen namens Thomas, der von seinem streng religiösen und autoritären Vater gegängelt wird. Ihrer Meinung nach ist das Buch des mehrfach ausgezeichneten Guus Kuijer eine "Bibel der Empathie", in der auf "Heiterkeit und Schönheit" gesetzt wird statt auf "Fluch und Schrecken". Zum Glück hat Thomas eine Nachbarin, die ihm andere Möglichkeiten der Lebensgestaltung aufzeigt und ist phantasiebegabt genug, um seine Suche nach seinem eigenen Glück auch unter widrigen Umständen anzutreten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2006
Es ist gut, dass sich ein Kinderbuchautor daran wagt, eine Kindheit in einer streng religiösen Familie zu beschreiben, und es ist geradezu wunderbar, dass es sich bei besagtem Kinderbuchautor um Guus Kuijer handelt, frohlockt die Rezensentin Monika Osberghaus. Basierend auf den authentischen Aufzeichnungen eines Mannes namens Thomas Klopper, der in den fünfziger Jahren ein Kind war, verfasst Kuijer die "elektrisierend wahrhaftige" Geschichte einer Befreiung: Der neunjährige Thomas Klopper denkt fast ausschließlich in - mitunter sehr komischen - biblischen Bildern, berät sich mit Gott und Jesus und hat vor den Augen des Lesers mit den Widersprüchen zwischen Familienwirklicheit (der Vater "züchtigt" die ganze Familie) und calvinistischer Schuld- und Heilslehre zu kämpfen. Kuijer erzähle dies auf eine so "freundliche und aus der Ferne mitfühlende" Weise, dass seine Erlebnisse nicht nur erträglich werden, sondern "aufregender als ein Krimi" (laut Rezensentin steigt mit jedem Abendessen im Familienkreis die Spannung). Letztlich, so die Rezensentin, kommt es zum versöhnlichen Ende: Es ist dem sanften Wirken einer alten bücherliebenden Nachbarin zu verdanken, dass sich Thomas über das Lesen vom Vater - und damit von der Enge dessen religiöser Ansichten - emanzipiert.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.02.2006
Sehr berührt ist Siggi Seuss von Guus Kuijers, in den Niederlanden bereits preisgekrönten Buch, das von einem Jungen erzählt, der unter einem strenggläubigen Vater aufwächst. Einem Vater allerdings, der die Bibel in den Jungen hineinzuprügeln versucht. Doch wie Seuss berichtet, werden dem Jungen der eigene Mut und die eigene Widerstandskraft nicht sehr weit bringen. Er braucht Hilfe von anderen. Und dies ist für Seuss der entscheidende Punkt in Kuijers Geschichte: Es braucht "Menschen, die den Pharaonen dieser Welt entgegentreten". Und Courage.
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