Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gustave Flaubert

Salambo

Roman

Cover: Salambo

Haffmans Verlag, Zürich 1999
ISBN-10 3251202952
ISBN-13 9783251202959
Gebunden, 400 Seiten, 29,65 EUR

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Klappentext

Wenige Jahre nach "Madame Bovary" schrieb Flaubert diese Phantasmagorie des alten semitischen Orients. Thematischer Vorwand des historischen Romans "Salambo" ist der nach Abschluß des Ersten Punischen Krieges (242-237 v. Chr.) ausbrechende bürgerkriegsähnliche Konflikt zwischen der Seerepublik Karthago und rebellierenden Söldnertruppen sowie deren Vernichtung durch Hamilkar Barkas. Rebellion und Agonie des "Barbarentums" finden in der tragischen Liebesgeschichte zwischen Salambo, der Tochter Hamilkars, und dem Söldnerführer Matho ihre exemplarische private Entsprechung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2001

Dreimal Flaubert hat sich unser Flaubert-Spezialist Willi Winkler ("Alles habe ich gelesen, was zu haben war über Flaubert") zugemutet: den Roman "Salambo", Die "Erziehung der Gefühle" und einen Band "Drei Erzählungen", allesamt erschienen im Haffmans-Verlag.
1) "Salambo"
Erstmal stellt der Rezensent uns den Mann vor, seinen Flaubert: "der grausamste Schriftsteller, der je auf seine Leser losgelassen wurde". Fein. Sodann zum "Schlachtwerk Salambo" und feste exklamiert: "Welche Pracht! Welcher Wahn! Und dann das Schlachten! ... Gustave, le grand Terminator, aaahhh!" So geht das weiter, bis Winkler ihm (Flaubert) schließlich am Gewerbe flickt: "Wie kann man", fragt er (Winkler), "als erwachsener Mensch einen solchen Krampf zusammenschreiben ... sich in so großem Stil verkennen!" Die Antwort gibt er selbst: Haschisch.
2) "Erziehung der Gefühle" und 3) "Drei Erzählungen"
Haschisch wird es auch gewesen sein, was den großen Flaubert seinen Frédéric Moreau "peinigen lässt und verzweifeln lässt und auf Reisen schickt und noch mehr verzweifeln lässt" - wie Winkler uns die "Erziehung der Gefühle" hier in aller Eile zusammenrafft -, was den Autor die "große Narretei von Bouvard und Pecuchet" zimmern ließ, "ein Hochgrab des Irrsinns", so Winkler, und schließlich auch jene "vermeerisch erhabene Geschichte `Ein einfaches Gemüt`". - Was wir von Winkler lernen? Dass Flaubert seine Freude gehabt haben muss am Untergang seiner Figuren, dass Winkler seine Freude haben wird an der vom Haffmans-Verlag geplanten Neuausgabe des Franzosen und, ja, dass "alles gelesen haben" nichts bedeuten muss.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999

"Emma Bovary noch einmal, nur in barabarische Vorzeiten versetzt", meint Friedrich Kittler und beschreibt, wie Flaubert in seinem historischen Roman, in dem nur die Titelheldin erfunden ist, Schlachten des alten Karthago beschreibt und sich die Vernichtung allseits zum Ziel setzt. Andererseits sei aber zu vermerken, dass Flaubert trotz seiner schriftstellerischen Grausamkeit - er übt in seiner Prosa den teilnahmslosen Blick - alle Schlachten aus der Perspektive der Verlierer schildere. Petra-Susanne Räbels neue Übersetzung des Klassikers lobt Kittler als "makellos".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren