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Aus dem Archiv
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Klappentext
In diesem Roman über die Provence und die sterbende provencalische Kultur schildert Gustaf Sobin einen Linguistik- Professor, der sich in eine stille, einsame Studentin verliebt, die ihm wie eine Verkörperung der alten provencalischen Sprache erscheint. Als sie nach einer Fehlgeburt stirbt, sucht er in seinen Träumen Kontakt zu ihr. Diese Träume werden zu seiner einzigen Realität.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2000
Voll böser Ahnungen ist Rezensentin Kristina Maidt-Zinke, nicht nur, was den Geisteszustand des Protagonisten betrifft. Auch der Roman ("Adjektiv-Orgie") als solcher verspricht nichts Gutes. Denn bevor die "Männer in weißen Kitteln nahen", um den Helden in die Anstalt abzuführen, "muss die tragische Liebesgeschichte zwischen dem alternden Wissenschaftler und der jungen Studentin erzählt werden". Und dabei, stellt die Rezensentin entnervt fest, wühlt der Autor dann "in mythisch-erotischen Abgründen", verfällt bei Ortsbeschreibungen mitunter in die Manier "gut ausgestatteter Reiseführer". Die Liebenden verbringen "stille Tage im Klischee, bevor das Leid ihr junges Glück dahinrafft. Mit "vollem Ernst und schwüler Erotik" würde dieser "getrüffelte Kaiserschmarrn" serviert. Wohl, weil Autor Sobin den "Geschmack seiner Leser in jenen unterirdischen Tiefen" wähnte, wo sonst bloß Trüffelpilze ideale Wachstumsbedingungen hätten.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2000
Jürgen Brocan ist sehr angetan von dem Roman "Der Trüffelsucher" des amerikanischen Schriftstellers Gustaf Sobin: Eine komplex komponierte Geschichte um einen verschrobenen Literaturprofessor für die untergegangene provenzalische Sprache, der Trüffeln sammelt und mit einer seiner Studentinnen eine Affäre hat, die jedoch nach einer Fehlgeburt stirbt, weil sie unfruchtbar geworden ist. Der Roman profitiert davon, daß Sobin auch Lyriker ist, schreibt Brôcan, er "überträgt die Diktion seiner Lyrik auf die Prosa, ohne dass diese dadurch schwerfällig würde." Ein ansprechender Roman von seltener Qualität, dessen Übersetzung bis auf einige unnötige Abweichungen vom Original gelungen ist, endet der Rezensent.
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