Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wird Viktor in Russland geboren. Schon bald bemerkt seine Umgebung, dass er nicht nur seltsam aussieht - das Kind schielt - sondern auch seltsam auf Menschen reagiert. Viktor Tuganov, so stellt sich heraus, kann Gedanken lesen. Er baut diese Fähigkeit bis zur Perfektion aus, erprobt sie in der Moskauer Gesellschaft, als schlecht bezahlter Schreiber in St. Petersburg und schließlich in der Hölle eines sibirischen Straflagers. Als Emigrant lässt er sich in Paris nieder und nutzt seine Gabe für eine steile Karriere als Sensationsreporter. Dabei ist er eigentlich nur auf der Suche nach jenem einen großen Gefühl, das er allzu selten antrifft: nach dem Glück. Das Glück anderer zu beobachten ist eine Sache, es selbst zu empfinden eine andere.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.06.2000
Rezensent Hajo Steinert beginnt seine Besprechung mit einem langen Zitat. Vom Rest des Buches freilich, das wird unmissverständlich deutlich, solle man besser die Finger lassen. Der Autor finde für seine ausgefallene Prämisse vom Gedankenleser keine rechte Verwendung, treibe die Mimikry an die russischen Realisten des 19. Jahrhunderts entschieden zu weit und habe zudem ein ernsthaftes Problem mit der deutschen Sprache: stilistisch stehe das ganze Karl May näher als Dostojewski. Die Zitate am Ende der Rezension belegen dies eindrucksvoll.
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