Der katholische Pfarrer und Politiker Carl Ulitzka hat als langjähriger Reichstagsabgeordneter und Vorsitzender des oberschlesischen Zentrums die Geschichte Oberschlesiens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt. Seine Biografie spiegelt gleichsam die besondere Entwicklung dieser umkämpften Grenzregion, die Abstimmungskämpfe in Oberschlesien nach dem Versailler Friedensvertrag wider. Deutlich werden die Positionen des Zentrums innerhalb des Parteienspektrums sowie des deutschen Katholizismus vor und während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2003
"Man darf Ulitzka den Vater der Provinz Oberschlesien nennen", gestattet Herbert Hupka und schreibt in seiner Rezension sehr viel über diesen patriotischen Pfarrer und Weimarer Zentrumspolitiker und eher wenig über das Buch, das ihn der Vergessenheit entreißen soll. Carl Ulitzka, erfahren wir, war der entscheidende Mann auf deutscher Seite, als im Anschluss des Versailler Vertrages 1921-22 erbittert um die nationale Zugehörigkeit Oberschlesiens gekämpft wurde. Er repräsentierte dort als Vorsitzender der Katholischen Volkspartei die stärkste politische Kraft und spielte dem Buch zufolge auch auf nationaler parteipolitischer Ebene eine bedeutende Rolle. Der Autor Guido Hitze, schreibt Hupka, informiere darüber kundig und "voller Sympathie", beantworte alle denkbaren Fragen zu Ulitzka "gründlich und überzeugend" und verliere sich nur leider ein wenig in der Fülle seines Materials.
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