Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Günter Gödde

Traditionslinien des Unbewußten

Schopenhauer, Nietzsche, Freud

edition diskord, Tübingen 1999
ISBN-10 3892956537
ISBN-13 9783892956532
Gebunden, 655 Seiten, 39,88 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.07.2000

Um die Konzeption des "Unbewussten", also um das "Verhältnis von Psychoanalyse und Philosophie" geht es hier, schreibt Hans-Dieter Gondek. Denn das "Unbewusste" hat zunächst als ein "kognitives" bei Leibniz z.B. existiert, dann als ein "vitales" bei den Klassikern, und ein "triebhaft irrationales" bei den Romantikern, Schopenhauer und Nietzsche. Freuds Entwicklung, so sieht Gondek es bei Gödde dargestellt, geht über diese Traditionslinien bis zur Idee eines Todestriebes, des Es und schließlich einer "irreduziblen Destruktivität" hinaus, was einen "konzeptionellen Umbruch" bedeutet. Der Rezensent findet all dies plausibel dargestellt, bemängelt jedoch, dass nach-freudianische (besonders die lacanschen) Weiterentwicklungen keine Beachtung bei ihm finden. Den größten Raum nehmen bei Gödde die Beziehung Freuds zu Schopenhauer und Nietzsche ein, wie es der Titel ja durchaus vermuten lässt; dabei kann der Autor der Untersuchung von Reinhard Gasser ("Nietzsche und Freud") jedoch wenig Neues hinzufügen, meint Gondek. Dagegen lässt er jedoch jene "Denker an Kontur gewinnen", schreibt der Rezensent, die - wie Herbart, Carus und von Hartmann -, obzwar heute kaum noch bekannt, das 19.Jahrhundert "wesentlich beherrscht haben".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2000

In einer gelehrten Rezension kommt Martin Stingelin zu dem Schluss, dass der Autor hier eine "intellektuell sehr redliche Arbeit vorgelegt" habe. Neue Quellen kann er in diesem Band zwar nicht ausmachen, andererseits erläutert der Rezensent, wie Gödde die Beiträge anderer Autoren zur Schopenhauer- bzw. Nietzsche-Rezeption zusammengetragen und ausgewertet hat. Die Frage, inwiefern Freud mit dem Werk Nietzsches vertraut war, wird hier - wie Stingelin feststellt - allerdings auch nicht geklärt. Gödde behauptet, dass Freud diese Werke nicht kannte, Stingelin weist jedoch auf einen Aufsatz von Renate Schlesier hin, die "auf Grund derselben Indizien" zu einem gegenteiligen Ergebnis kommt. "Der Kampf um die Deutungsmacht" geht also weiter, resümiert Stingelin. Lobend hebt er jedoch hervor, dass Gödde sehr genau die Phasen nachzeichnet, "in denen sich Freuds Konzeption des Unbewussten in der Auseinandersetzung mit diesen widerstreitenden Traditionslinien wandelt". Daher sei der Band als Einführung in die Psychoanalyse durchaus von Wert, meint Stingelin.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren