Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gudmundur Andri Thorsson

Nach Island!

Cover: Nach Island!

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2000
ISBN-10 3608919228
ISBN-13 9783608919226
Gebunden, 204 Seiten, 18,41 EUR

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Klappentext

Aus dem Isländischen übersetzt von Helmut Lugmayr. Island, die Insel am Ende der Welt. Eine schroffe Landschaft, ein bäurischer Menschenschlag, der Umgang mit Riesen und Trollen pflegt, magische Orte, an denen zu sein nicht geheuer ist. Eine junge Magd, die der Sitte gemäß dem englischen Gast zu Diensten war, schickt diesem ihr Kind nach der Geburt, damit es im Leben eine bessere Chance hat. Denn in England liegt die Zukunft ? es ist die Zeit der Dampfmaschinen, des industriellen Aufbruchs. Dreißig Jahre später reist dieses Kind, inzwischen ein wohlhabender Herr, in die Heimat seiner Mutter, um nach ihrer Familie zu suchen. Aber seine sentimentale Reise ist eine Lüge. Er ist auf der Flucht. Vor einer Schuld. Vor einem Verbrechen, das er leichtfertig beging.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.10.2000

Werner Irro zeigt sich auf stille Weise fasziniert von diesem Buch. Zwar ist er der Ansicht, dass auch hier zunächst sattsam bekannte Island-Klischees transportiert werden, etwa das von den "freundlich-verschlossenen, etwas unbedarften Menschen". Jedoch macht er in diesem Buch auch schnell "Widerhaken" aus, die gerade diese Klischees sabotieren. So habe der Autor einen Rollentausch vorgenommen: Nicht der Island-Besucher ist es, der den Inselbewohnern Nachhilfeunterricht in industrieller Modernisierung geben will, sondern der einheimische Reiseführer selbst ist es, der von Schwefel- und Fischexport träumt. Der Reisende vielmehr sehnt sich nach der Bodenständigkeit und Abgeschiedenheit, der Einfachheit. Dem Autor ist dabei, so Irro, die "nicht leichte Gratwanderung zwischen Vernunft und Intuition, Geist und Seele" gelungen, nicht zuletzt, weil er der isländische Sagatradition in diesem Buch eine bedeutende Rolle zukommen lässt. Wie sich der Leser dies genau vorzustellen hat, wird in der Rezension allerdings nur vage deutlich. Die Stärke des Buchs liegt für Irro nicht zuletzt darin, dass es - gerade dadurch, dass die Geschichte im 19. Jahrhundert angesiedelt ist - zum Nachdenken über das, "was Fortschritt sei, was einem freien Volk zustehe" anzuregen vermag.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2000

Ingeborg Harms gefällt an diesem Roman besonders die "historische Patina", die sich in einer "Umständlichkeit des Tons und der Emotionen" niederschlägt. Sie beschreibt, wie sich die Geschichte des Engländers, der vorgeblich auf der Suche nach seiner isländischen Mutter ist, aber auch vor einem Verbrechen flieht, dass er in England begangen hat und die Landschaft Islands gegenseitig spiegeln: Während der junge Mann von bösen Träumen verfolgt wird, erscheint Island als zerstörte Landschaft mit verdreckten Siedlungen und nach Urin stinkenden Menschen. Die Verschränkung von "Erlebnis und Selbstanalyse" erinnert die Rzensentin an Erzählungen von Hofmannsthal: "Kunstvolle Übergänge führen vom Prosaischen ins Dämonische".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren