Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Wolfgang von Einsiedel. Mit einem Nachwort von Hans Jürgen Balmes. Frankreich, Ende der zwanziger Jahre. Der junge Schriftsteller Alwyn Tower zieht sich zu seiner Freundin aufs Land zurück. Da tauchen plötzlich die Cullens auf, exzentrische Landadelige aus Irland. Mrs Cullen ist eine leidenschaftliche Jägerin. Wo immer sie ist, führt sie ihren Jagdfalken Lucy mit sich. Sie liebt den Vogel abgöttisch, ihr Mann hasst ihn zutiefst. Der schneidende Blick des Falken provoziert eine ganze Serie von spannungsgeladenen Auseinandersetzungen: in immer neuen Variationen bereden die Bewohner des Landsitzes Liebe und Treue, Leidenschaft und Betrug. Wunden brechen auf, Dramen nehmen ihren Lauf.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2005
Rezensent Wolfgang Schneider fühlt sich bei dieser "dichtgewebten" Novelle des wiederentdeckten amerikanischen Klassikers an Tschechow erinnert: Es passiere nicht viel, aber ein paar Seelen stünden unter Hochspannung. Hintergrund für die "Gefühlsstürme distinguierter Menschen" ist eine beschauliche Landhausatmosphäre bei Paris, wo sich in den zwanziger Jahren eine kosmopolitische Schar von unglücklichen Müßiggängern versammelt hat, erzählt Schneider. Symbolisches Zentrum des beschriebenen Nachmittags sei jener titelgebende Falke, den der Rezensent manchmal allerdings ein bisschen zu auffällig in der "engen Voliere der Bedeutsamkeit" sitzen sieht. Meist jedoch steht der Vogel wie auch der Rest der Gesellschaft in dieser meisterhaften Erzählung dem Rezensenten ziemlich eindrucksvoll vor Augen. Ausgesprochen getrübt wird sein Lesevergnügen allerdings durch die "veraltete und behäbige Übersetzung" Wolfgang von Einsiedels und dessen Hang zu einem "betulichen Wortschatz". Der Rezensent empfiehlt dringend eine Neuübersetzung.
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