Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Glenn Watkins

Carlo Gesualdo da Venosa

Leben und Werk eines fürstlichen Komponisten

Cover: Carlo Gesualdo da Venosa

Matthes und Seitz, München 2000
ISBN-10 3882212330
ISBN-13 9783882212334
Gebunden, 509 Seiten, 50,11 EUR

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Klappentext

Mit einem Vorwort von Igor Strawinsky und einem Anhang. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Stephan Kuhlmann. Herausgegeben von Verena von der Heyden-Tynsch. Mit Bildteil, Bibliografie und Diskografie, einem Werkverzeichnis und Register. Über das abenteuerliche Renaissanceleben des Fürsten und Musikers Gesualdo wollte Wolfgang Hildesheimer ein Buch schreiben; inzwischen ist Gesualdos Leben zum Stoff dreier moderner Opern geworden. Ein Doppelmord, zweite Ehe mit Eleonora d`Este, Freundschaft mit dem Dichter Tasso, Flagellantismus im Sexuellen - sind nur die bündigsten Stichworte aus Gesualdos Leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000

Obwohl Leben und Werk des italienischen Komponisten so einzigartig farbig und dramatisch sind, ist dieses Buch des Amerikaners erstaunlicherweise `die erste Gesualdo-Monografie in deutscher Sprache`, schreibt Mark Emanuel Amtstätter. Sehr angetan zeigt sich der Rezensent von dem musikhistorischen und -theoretischen Teil des Buches und findet, dass er mit Hilfe einer `bewundernswerten Fülle von Dokumenten` und Notenbeispielen sowohl die Bedeutung des Komponisten als auch des Kontextes, in dem er sein Werk schuf, gut herausarbeitet. Der biografische Teil hat Amtstätter sehr viel weniger gefallen; zu reißerisch ist ihm hier die `Schilderung von Masochismus, Inzest und Perversionen` des Komponisten, der seine Frau und ihren Liebhaber ermordete. Und für die Übersetzung hebt er, nach einigen Beispielen, seinen negativsten Kommentar auf: `Idealer kann keine Übersetzung Klischees bedienen.`

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.09.2000

Der Komponist Gesualdo (1566-1613) ist "problemlos unser Zeitgenosse", behauptet Reinhard J. Brembeck in seiner Rezension und ist entsprechend unzufrieden, wenn Glenn Watkins noch die krassesten Ungewöhnlichkeiten von Gesualdos Kompositionen aus den zeitgenössischen Regeln und Techniken herzuleiten versucht. Mit solchen Erklärungen verschwinde gerade das "Genie" des Komponisten. Dennoch findet der Rezensent einiges zu loben an diesem Buch: Es sei in jedem Falle gründlich, und "Höhenflüge" gebe es immer dann, wenn Watkins "schutz- und rückhaltlos" die Radikalität Gesualdos anerkenne und es ihm gelinge, in "feuilletonistisch anmutenden Formulierungen" das Geniale an der Musik des Komponisten "schlaglichtartig visionär" zu verdeutlichen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2000

Der Rezensent mit dem Kürzel rur ist recht angetan von Glenn Watkins` Buch über den Fürsten und Komponisten Carlo Gesualdo (um 1560-1613). Heraushebenswert erscheint ihm vor allem, dass Watkins sich in diesem Band vorwiegend mit des Fürsten musikalischem Werk befasst und nicht nur mit dessen "abenteuerlichen Leben". Zwar werden die familiären Verstrickungen ausreichend beleuchtet, daneben widmet sich das Buch aber auch bisher vernachlässigten Einflüssen des Fürsten, wie etwa dessen kreativem Umfeld. Trotz einiger inhaltlichen Schwächen räumt der Band auf "mit überlieferten Klischees" über Gesualdo, dessen Lebenswerk "sich nicht auf einen knappen Nenner bringen" lässt, so die Bilanz des Rezensenten.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren