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Klappentext
Aus dem Italienischen von Gio Waeckerlin Induni. Mit einem Nachwort von Gioacchino Lanza. "Il Gattopardo", der berühmteste Sizilienroman der Weltliteratur und einzige Roman des Fürsten Lampedusa, ist eine glühende Hommage an das alte Europa: Von seiner eigenen Familiengeschichte inspiriert, schuf Lampedusa diesen Roman um Glanz und Untergang eines Adelsgeschlechts im 19. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2004
An der Qualität des italienischen Originals lässt Rezensent Georg Sütterlin keinen Zweifel. Warum aber, so seine Frage, hat sich der Piper Verlag zu einer Neuübersetzung des (spätestens seit Viscontis Verfilmung) legendären "Leoparden" entschieden? Weil seit der Übersetzung von Charlotte Birnbaum neue Textfragmente aufgetaucht seien, die in sukzessiven Editionen aufgenommen wurden. Jedoch, so das Urteil des Rezensenten, verändern diese Passagen nicht das Gesicht des Romans und sind dazu noch insgesamt eher schwach, so dass Lampedusa gut daran getan hat, sie wegzulassen. An der Übersetzung selbst sei besonders eine Veränderung offensichtlich: die des Titels. Hier habe sozusagen ein Katzentausch stattgefunden, denn im Italienischen bezeichne der "gattopardo" eine kleinere Wildkatze. Mit dieser verharmlosenden Verkleinerung des Leoparden, dem Wappentier der sizilianischen Adelsfamilie Salina, deren Geschichte und Niedergang im Roman erzählt wird, entstehe ein "hintergründiges Symbol", das die Lösung des Verlages ("Der Gattopardo") nur "arithmetisch" einleuchtend und eher "irreführend" erscheinen lässt. Insgesamt aber bringe Gio Waeckerlin-Indunis Übersetzung einen "anderen, frischeren Wind" in den Roman, lässt die Sprache "konturierter", "barocker", "geschliffener" und schärfer wirken, lobt Sütterlin. Dieser neue, bissige Elan, der Lampedusas Distanz zur Aristokratie spürbarer mache, entwerte die vorherige, "weichere, verträumtere, trägere" Übersetzung jedoch nicht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2004
"Was gäben wir für einen zweiten Roman dieses Autors!" ruft Rezensent Tilman Spreckelsen angesichts der Neuübersetzung von Guiseppe di Lampedusas "zeitlos meisterlicher" sizilianischer Familiensaga aus. Für Spreckelsen sind es besonders die Bilder des Romans, die haften bleiben und "den Zauber des diskret erzählten, aus einer reichen Erinnerung schöpfenden, überaus detailverliebten Roman" ausmachen. Die Neuübersetzung begrüßt er auch deshalb, weil sie sich an einer neuen und unverfälschten italienischen Neuausgabe des Romans (die, wie wir lesen, auch zwei später aufgetauchte Fragmente des Romans enthält) orientiert, die sich seinen Informationen zufolge "getreu an Lampedusas Originalmanuskript" hält. Auch das "hilfreiche Dossier" zum historischen Hintergrund des Romans wird lobend hervorgehoben. Dankbar ist Spreckelsen auch für die Vermeidung des falschen Romantitels "Der Leopard", da ein Gattopardo nämlich ein Ozelot sei.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004
Was den Rezensenten Lothar Müller vor allem an dieser neuen deutschen Übersetzung des als "Leoparden" bekannten Werkes interessiert, ist die Übersetzung des Titels. In der Tat liege der neuen Übersetzung die Entdeckung zugrunde, dass es sich bei Giuseppe Tomasi di Lampedusas berühmtem Wappentier der sizilianischen Familie Salina keineswegs um einen Leoparden handelt, sondern um dessen kleinere Schwester, die Pardelkatze (il gattopardo) - ein geschmälerter Leopard sozusagen. Diese Schmälerung sieht Müller als "bitter-ironische Miniaturisierungspointe" schon im ganzen Roman angelegt. Das Ganze werde durch dieses neue Tier nicht so sehr neu beleuchtet, als vielmehr stimmiger. Man könne also sagen, aus dem "Leoparden" ist der Leopard verschwunden. Die Wahl eines deutsch-italienischen Zwitter-Titels ("Der Gattopardo") hält der Rezensent allerdings für ungeschickt. Man hätte es eher wagen sollen, der deutschen Ausgabe den italienischen Originaltitel zu geben. Ansonsten zeigt sich der Rezensent mit der Ausgabe zufrieden: Die Übersetzung beruht auf der in italienischen Standardversion von 1969 und ist darüber hinaus "zuverlässig" und "flüssig". Auch das editorische Rahmenwerk findet Müller lobenswert, mit einer Ausnahme: Dass das Textfragment "Das Liederbuch der Familie Salina" zum selbstständigen Zwischenkapitel ernannt wurde erscheint ihm "zweifelhaft".
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