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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gilbert Adair

Adzio und Tadzio

Wladyslaw Moes, Thomas Mann und Luchino Visconti: Der Tod in Venedig. Essay

Cover: Adzio und Tadzio

Edition Epoca, Zürich 2002
ISBN-10 3905513285
ISBN-13 9783905513288
Gebunden, 128 Seiten, 17,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Schlachter. Als 1911 ein elfjähriger polnischer Junge mit seinen drei Schwestern und seiner Mutter im Grand Hotel des Bains auf dem Lido in Venedig logierte, ahnte er noch nicht, dass er dereinst zum Vorbild einer der berühmtesten Figuren in der Literaturgeschichte werden würde. Wladislaw Moes, Adzio gerufen, zog die Blicke eines Gastes auf sich, der sich gerade in einer Schaffenskrise befunden hatte. Erst Jahre später erfuhr Wladislaw, dass diese obsessiv-platonische, aber einseitige Beziehung zum Inhalt von Thomas Manns Novelle "Tod in Venedig" geworden war. Jahrzehnte später machte er gar noch die surreal anmutende Erfahrung, ein Abbild seiner selbst in Luchino Viscontis weltbekannter Verfilmung des Buches sehen zu können. Über das Nachleben Wladislaw Moes', Aristokrat, Antikommunist und Dandy, kann man sich in Gilbert Adairs kleiner Studie kundig machen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2003

1) Gilbert Adair: Adzio und Tadzio Besonders pikant an diesem insgesamt "lesenswerten" Essay um die Entstehung von Thomas Manns Novelle "Tod in Venedig" und den "wahren Tadzio" findet der mit "kru" zeichnende Rezensent in seiner Kurzkritik die Anekdote, dass Wladyslaw Moes, für Adair der "wahre Tadzio", kurz vor seinem Tod noch einmal nach Venedig zurückkehren wollte, daran aber von einer Cholerawarnung gehindert wurde. Auch sehr "erhellend" erscheint "kru" Adairs Beschäftigung mit Lucchino Viscontis Verfilmung.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.03.2003

Hoch zufrieden zeigt sich die Rezensentin Ursula März mit Gilbert Adairs Essay. Adair, dessen Steckenpferd der "kleine Grenzverkehr zwischen Wirklichkeit und Fiktion" sei, bewege sich hier im Bannkreis des literarischen Tadzio, der schöne Jüngling in Thomas Manns "Tod in Venedig". Dass Adair dabei historisch gesehen nichts Neues in Hinblick auf Adzio, den wahren Tadzio, bietet, erscheint März nicht weiter verwunderlich - schließlich sei alles bis ins Detail erforscht. Adair gehe es darum, wie Fiktion die Realität nicht nur überlagert, sondern "ersetzt", wie sie zur "Chiffre" und zur "Quasirealität" wird, die als Bezugspunkt fungiert. In diesem "ebenso schmalen wie komplex angelegten" Band, so März, zeigt sich Adair als "kluger, charmanter, überaus gut lesbarer" Theoretiker einer "Metageschichte der Künste".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2002

Kurios findet Herrmann Kurzke den biografisch-literarischen Essay von Gilbert Adair - und unterhaltsam. Das Buch kreuzt das Leben des polnischen Adligen Wladyslaw Moes, der als 11-jähriger das zufällige Model für den Knaben Tadzio in Thomas Manns "Tod in Venedig" abgab, "auf absonderliche Weise", wie der Rezensent findet, mit dem literarischen und filmischen (Visconti brachte den Stoff kongenial auf die Leinwand) Nachleben der daraus entstandenen Figur. Allerdings beschränke sich der gedankliche Ertrag des Buches "auf den Bereich des Anekdotischen", womit der Erkenntniszuwachs durch das "Werkchen" marginal bleibe. Das fällt aber gar nicht so auf, schreibt der Rezensent weiter, denn insgesamt ist das Buch "abwechslungsreich, und es ist subjektiv, wie es sich für einen Essay gehört - wenn auch nicht auf die pointierte, sondern auf die verwischte Weise."

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.09.2002

Für manchen Thomas Mann- oder Luchino Visconti-Fan dürfte die Abhandlung des britischen Autors Gilbert Adair über den Knaben Tadzio aus Manns Novelle "Der Tod in Venedig" ein kleiner Schock sein, mutmaßt Brigitte Werneburg. Denn darin berichte der Autor, wer dieser "schöne" Knabe wirklich gewesen ist: nämlich der polnische Baron Wladyslaw Moes, genannt "Adzio", der alles andere als schön aussah, sondern, verrät die Rezensentin, "wie ein Klops". Adairs Essay findet Werneburg ohne Zweifel "brillant", denn hier werde nicht nur der Mythos "Tadzio" entlarvt, sondern auf den Spuren Manns und Viscontis gewandelt. Außerdem gebe Adair eine ganze Reihe von "intelligenten" und "kurzweiligen" Gedanken zum Thema "Schönheit und ihr Verfallsdatum" zum besten.

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