Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der Büchernarr Christian Keller ist frischgebackener Besitzer eines Antiquariats. Schnell holen den Hölderlin-Kenner die Niederungen des Geschäftslebens ein. Lästige Kunden, unwürdig feilschende Professoren und verliebte Damen setzen dem Weltkulturerbe-Erretter zu. Und während er sich all dessen zu erwehren sucht, verschenkt er ein zerfleddertes Buch, in dem sich ein unbekannter Hölderlin-Erstdruck verbirgt. Dessen Wert wird bald erkannt, und unter den Bremer Antiquaren entbrennt ein heftiger Kampf um die Rarität, um die mit allen - auch sehr kulturfernen - Methoden gerungen wird.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.03.2008
Kurz, knapp und abfällig handelt Christoph Haas diesen selbsternannten, in Wahrheit aber bloß "epigonalen" Großroman ab. Sehr lang ist er auf jeden Fall, wovon die bloße Seitenzahl gar nicht den rechten Eindruck zu vermitteln scheint: Sehr kleinzeilig nämlich ist alles gedruckt und an Fußnoten überreich. In diese Fußnoten habe der zum Romancier gewordene Antiquar Germar Grimsen jede Menge Zettelkastenwissen gekippt, nicht immer mit Sinn, nicht immer mit Verstand. Nicht viel besser findet der Rezensent den eigentlichen Text, in dem ein Antiquar sein Leid mit den Kunden klagt, während ihm aber doch eine hübsche Studentin mit einem "unbekannten Erstdruck von Hölderlin" ins Haus schneit. Haas stieß bei der Lektüre zwar gelegentlich auf "boshaften Witz", beklagt aber lautstark, dass es von weniger wünschenswerten Dingen in diesem Buch zu viel gibt: nicht nur Fußnoten, sondern auch "endlose Dialogen" und "verschrobene Formulierungen".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2008
Einen "Fußnoten-Roman für Besessene" erblickt Rezensent Martin Halter in Germar Grimsens Roman "Hinter Büchern", der ihn mehr als einmal an Arno Schmitts monumentales Werk "Zettels Traum" erinnert. Grimses großformatiger Roman um einen Bremer Antiquar, der versehentlich ein Hölderlin-Autograph aus der Hand gibt und damit eine Jagd unter Antiquaren, Bibliophilen, Privatgelehrten und Bücherdieben auslöst, wiegt nach Auskunft Halters zwar nur ein Achtel von "Zettels Traum". Dafür findet er das Buch, dessen Handlung ihm eher nebensächlich scheint, aber "mindestens doppelt so schwer zu lesen", vor allem weil der Großteil des Werks aus - bis zu zwanzig Seiten! - langen Fußnoten besteht, in denen ohne Ende abseitiges Wissen angehäuft wird, vom Hund in der Mathematik über die Editionsgeschichte der Schedelschen Weltchronik und die Nahrungstabus des Talmud hin zu pietistischen Mystikern und jesuitischen Botanikern. Dass die Lektüre des Werks, das er als "monströs, verspielt, mal großartig, mal furchtbar" beurteilt, schwere Kost ist, verhehlt Halter nicht, auch nicht, dass es ihn sprachlich etwas epigonal anmutet. Dafür schätzt er Grimsen als wesentlich weniger "arrogant", "präpotent" und "reaktionär" als Arno Schmitt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
Recht trocken serviert Rainer Moritz Germar Grimsens vom Verleger Wolfgang Hörner im Nachwort als "Großroman" gerühmtes Werk ab. Natürlich, hier werde unter Zuhilfenahme eines Fußnotenheers viel Wissen umgewälzt, in der Literatur, Bibliothekskunde und der Religionswissenschaft kenne sich der Autor offenbar aus. Auch eine Handlung gebe es in diesem "weitschweifigen, gelehrten, verspielten und selbstgefälligen Geflecht", es geht um ein antiquarisches Kleinod aus der Feder Hölderlins. Manchmal musste der Rezensent schmunzeln, oft die Gelehrtheit des Autors anerkennen, aber noch öfter "Verstiegenes" verdauen, was ihn letztlich doch recht ungnädig stimmt, vor allem beim Blick auf die Vorschusslorbeeren des Verlegers im Nachwort.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








