Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gerhard Schulz

Geschichte im Zeitalter der Globalisierung

Cover: Geschichte im Zeitalter der Globalisierung

Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2004
ISBN-10 3110178265
ISBN-13 9783110178265
Gebunden, 489 Seiten, 58,00 EUR

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Klappentext

Erstmals in deutscher Sprache liegt hiermit eine umfassende Darstellung globaler Entwicklungen von der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges bis zur Gegenwart vor. Mit Blick auf die zentrale Bedeutung globaler Zusammenhänge gelingt die Abbildung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Bewegungen der letzten siebzig Jahre. Dabei bezieht der Autor nicht nur Ergebnisse der in- und ausländischen zeitgeschichtlichen Forschung ein, sondern beleuchtet auch mögliche Konsequenzen daraus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2004

Dieser Band, der letzte, den der in diesem Jahr verstorbene Gerhard Schulz geschrieben hat, ist, so Rezensent Werner Link, "eine Art Resümee seiner zeitgeschichtlichen Studien". Im Zentrum steht der Begriff der "Globalisierung", der hier jedoch nicht in seinem einschränkenden neuen ökonomischen Sinn verwendet wird, sondern als Ausweitung der Entwicklung zu einem Denken in "Weltzusammenhängen". Methodisch geht Schulz chronologisch und narrativ vor, der Schwerpunkt der ersten Kapitel liegt - der Tendenz des Buches ein wenig zuwiderlaufend - auf Deutschland, so der Rezensent. Die weiteren Kapitel aber konzentrieren sich auf das Ende des Kolonialismus, Auflösung der weltpolitischen Blöcke und für die Gegenwart auf die an Bedeutung gewinnenden Mächte wie China und Indien. Link teilt nicht durchweg die Ansichten des Autors, befindet aber, dass man noch da, wo man anderer Meinung ist, gewinnbringend und "trefflich streiten" könne.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2004

"Eher ratlos" zeigt sich Herfried Münkler nach der Lektüre von Gerhard Schulz' "Geschichte im Zeitalter der Globalisierung". Ob das primär an der Darstellung des Historikers liegt oder vielleicht an der Geschichte selbst, vermag Münkler allerdings nicht zu sagen. Einleitend konstatiert er einen weitgehend Bedeutungsverlust der Geschichtswissenschaft in Punkto Orientierungsfunktion für die Politik. Zwar mag er das nicht ohne weiteres der Geschichtswissenschaft ankreiden. Aber wem dann? Die Entwicklung, die Schulz nachzeichne, reiche von der europäischen Hegemonie über die Zweiteilung der Welt durch die Flügelmächte der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zu einem Zerfasern der Geschichte in den beiden letzten Jahrzehnten, berichtet Münkler. Dabei erweise sich Schulz zunehmend als Skeptiker: in der Globalisierung sehe er kein anzustrebendes Ziel und schon gar nicht den Eintritt in eine Utopie. Eher zerstöre sie, was in der Vergangenheit ein Halt der politischen Ordnung und Stabilität gewesen sei, nämlich den Staat und die durch ihn gewährleisteten Formen der Gemeinschaft. Für Münkler spricht vieles dafür, dass diese Skepsis "mehr als berechtigt ist". Allerdings findet er es dann auch nicht besonders verwunderlich, dass die Deutungsmacht der Geschichtsschreibung geschrumpft ist, wenn sie als Orientierung für die Politik nur noch Skepsis zu bieten hat.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren