Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Gerhard Roth
Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten
Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern
Klappentext
Zwei Fragen haben die Menschen seit jeher beschäftigt: Soll ich bei Entscheidungen eher meinem Verstand oder eher meinen Gefühlen folgen? und: Wie schaffe ich es, andere so zu verändern, dass sie das tun, was ich von ihnen will - und warum ist es noch schwieriger, sich selbst zu ändern? Auf der Grundlage neuer psychologischer und neurobiologischer Kenntnisse können wir zu einem vertieften Verständnis von Entscheidungsprozessen und der Veränderbarkeit des Menschen kommen. Der Autor erläutert, wie innerhalb der Individualentwicklung die Persönlichkeit auf unterschiedlichen unbewusst-bewussten und emotional-rationalen Ebenen des Gehirns entsteht. Sie weist jeweils eine ganz spezifische Dynamik auf und bestimmt dadurch den Ablauf von Entscheidung sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Verhaltensänderungen. Ein grundlegendes Buch für unser Selbstverständnis und natürlich für Fragen der Erziehung, Personalführung, Psychotherapie.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.01.2008
Nicht wirklich erwärmen kann sich Uwe Justus Wenzel für dieses Buch des Hirnforschers Gerhard Roth. Der Titel "Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten. Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern" verweist in seinen Augen eher auf psychologische Ratgeberliteratur als auf Hirnforschung. Tatsächlich findet er in dem Buch über weite Strecken psychologische Fragen behandelt, die etwa das Zusammenspiel des Verstandes und der Gefühle bei der Entscheidungsfindung, der Persönlichkeitsentwicklung und Persönlichkeitsveränderung betreffen. Was Roth zu diesen Fragen schreibt, hält Wenzel für durchaus richtig, aber eben auch für längst bekannt. Der Punkt, um den es dem Autor geht, scheint ihm indes ein anderer: die Fundierung der Psychologie durch die Neurologie. Zwar hat Wenzel einiges über das menschliche Gehirn erfahren. Was aber "Fundierung" heißen soll, bleibt für ihn zu "unspezifisch" und "vage", gingen die Ausführungen des Autors doch nicht über die vielfach formulierte Feststellung hinaus, dass alles, was wir sind und tun, irgendwie mit unserem Gehirn zu tun habe.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.11.2007
Martin Urban ist begeistert mit Einschränkungen. Das von Gerhard Roth verfasste Sachbuch wartet laut Urban mit bedeutenden Erkenntnissen aus dem Umkreis der Gehirnforschung auf, die dem Leser helfen können, die Schwierigkeiten des "Selbst- und Weltbildes des Menschen" zu verstehen. Daran, dass diese Schwierigkeiten immens sind, hat Urban nach der Lektüre keinen Zweifel mehr. Allerdings vernimmt er auch dankbar die optimistischeren Töne des Autors, die Verständnis- und Veränderungsmöglichkeiten beim Selbst und beim Miteinander (etwa durch therapeutische Hilfe) durchaus einräumen. Um so mehr, als Urban den Ausführungen Roths nicht immer folgen kann und er die "Struktur des Buches" für verbesserungswürdig hält. Zum Beispiel durch eine hirnanatomische Propädeutik im Anhang.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2007
Erst hat Helmut Mayer den Eindruck, Gerhard Roth habe einen Ratgeber geschrieben, ein Maximen-Buch, und wundert sich, weil er von Roth doch Grundsätzliches zum Thema Hirnforschung gewohnt ist. Bald aber wird dem Rezensenten klar, dass es sich so nicht verhält. Roths "Zusammenschau von Befunden" taugt nicht zur praktischen Entscheidungshilfe. Zu unscharf sei sie, meint Mayer, zu sehr auf die allgemeinen Bedingungen des mentalen Funktionierens und das ohnehin Verstandesgemäße beschränkt, wenn es ihm auch sympathisch erscheint, beim Autor auf so wenig Rechthaberei zu treffen. Der, hören wir, will allerdings die Hirnforschung als "methodisch eigenständig" verstanden wissen, gegen Vermutungen hier würde bloß bereits Bekanntes aus der Psychologie paraphrasiert.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.10.2007
In Christiane Pries' Besprechung dieses Buchs des Hirnforscher Gerhard Roth muss sich der Leser ganz schön durch neurowissenschaftliches Fachvokabular ackern, doch hängen bleibt, dass Pries ein aufschlussreiches und mit anschaulichen Beispielen aus der experimentellen Psychologie versehenes Buch gelesen hat, das die wesentlichen Forschungsergebnisse allgemein verständlich zusammenfasse. Doch ein uneingeschränkt positives Urteil möchte Pries nicht abgeben. Genauso wie Intelligenz und andere Gehirnaktivitäten, bilden sich die Muster für Persönlichkeit, Entscheidungsfindung und Verhalten bereits im Mutterleib, sie sind genetisch festgelegt oder entwickeln sich in verschiedenen Bereichen des Gehirns während der ersten Lebensmonate. Von dieser Grundannahme ausgehend, sei es nicht unmöglich, in fortgeschrittenem Alter Verhalten oder gar Persönlichkeit zu ändern, es werde nur wesentlich schwieriger, fasst Pries Roths Ergebnis zusammen. Ein großes Ärgernis ist für sie, dass sich der als Kritiker der Willensfreiheit bekannte Roth um eine eindeutige Stellungnahme zum Thema drückt und völlig offen lässt, inwiefern hier von Annahmen oder Tatsachen ausgegangen wird. Schließlich findet die Rezensentin bedauerlich, dass sich das Buch dem Duktus der "Ratgeberliteratur für höhere Führungskräfte" andiene und recht altbacken empfehle, im Zweifel auf die Ehefrau zu hören.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








