Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. "Birnbäume blühen weiß", behauptet Gerson. Es ist das Letzte, woran er sich erinnert, dann wird alles schwarz. Und es ist das Erste, was er sagt, als er nach dem Autounfall aus dem Koma erwacht. Früher spielten die Zwillinge Klaas und Kees und ihr jüngerer Bruder Gerson "Schwarz": Wer als erster mit geschlossenen Augen ein bestimmtes Ziel erreichte, hatte gewonnen. Später ist die Welt für einen von ihnen schwarz: Gerson verliert bei dem Unfall sein Augenlicht, während die Zwillinge und der Vater nur leicht verletzt werden. Danach ist nichts mehr, wie es war.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2001
"Ein Buch, das lange nachklingt", schreibt Rezensentin Maria Frise. Bakker habe sich mit seinem ersten Jugendroman als "ein Meister der leisen Töne" bewiesen. Erzählt wird die Geschichte dreier Brüder, von denen einer durch einen schweren Autounfall erblindet. Das blinde Kind stirbt am Ende, und wenn man die Rezensentin richtig versteht, bleibt offen, ob es ein Selbstmord war. Dem schwierigen Thema sei Bakker mit genauer Beobachtung, fast ohne Emotionen anzusprechen, gerecht geworden. Das Buch rege an, über "Schuld, Versagen, Schicksal, Zufall oder Verhängnis" nachzudenken. Maria Frise fragt aber auch, ob man jugendliche Leser mit dieser Familientragödie vielleicht überfordert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001
Zweifelsohne ist dieser erste Jugendroman des niederländischen Schriftstellers Gerbrand Bakker für Gabriela Wenke eine literarische Entdeckung und eine der besten Produktionen des Jahres. Es gelingt dem Autor, ist die Rezensentin überzeugt, den Leser "aufzuwühlen, nachdenklich zu machen und von der ersten Zeile an in seine Geschichte hineinzuziehen". Die fängt traurig an und hört traurig auf. Sie beginnt mit der Beschreibung eines scheinbar idyllischen Vier-Männer-Haushalts, in dem der Vater, die Zwillinge Klaas und Kees und der drei Jahre jüngere Bruder Gerson leben, der nach einem Unfall erblindet, in Depressionen verfällt und sich am Ende das Leben nimmt. Bei Wenke hat die Erzählung eine Erschütterung bewirkt, die nicht einer lauten Explosion, sondern einem "leisen Beben gleicht, das die gewohnte Welt verschiebt."
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