Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Gerald Hubmayr
Schwarzfahren - Die Kunst des tariffreien Netzgleitens
Klappentext
Schwarzfahren übt eine gewaltige Faszination auf den Menschen aus. Mehr oder weniger grausame Kontrollorgane nehmen jedoch die Suche nach den blinden Passagieren konsequent auf. Zu ihrer Typologie gehört der "Hardliner": Manch finsterer Geselle findet sich unter ihnen. Der "Softliner" kommt mit den Fahrscheinverächtern am besten zurecht, weil er selbst einmal einer war. Schließlich kommen die Schwarzfahrer selbst zu Wort. Motivation und Ideenwelt werden geschildert. Mangel oder Ressourcenknappheit finden wir zur Erklärung an oberster Stelle. Weitere Beweggründe für den Nicht-Erwerb von Fahrscheinen sind kühnes Rebellentum oder schlichtes Vergessen. Insgesamt 19 Methoden der Stempelverweigerer werden unterschieden; die herausragendsten sind das Gauß'sche Eliminationsverfahren, die dont-cash-and-run-Methode und die Lamm-Gottes-Methode.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.06.2000
Achtung, Leser! Subversive Kunst! Subversive Tätigkeit! Schwarzfahren ist eine urbane Kunst, und bei Gerald Hubmayers deskriptiver Erfassung der verschiedenen Arten der Beförderungserschleichung handelt es sich nicht, wie uns Rezensent Olaf Krohn glaubhaft versichert, um einen seriösen Sozialreport, sondern um eine "urkomische Wissenschaftsparodie". Und die geht so: Hubmayer beleuchtet das Schwarzfahrermilieu und konterkariert dessen Gebräuche und Sitten mit Dienstanweisungen im schönsten Amtsösterreichisch. Schließlich lebt der Autor in Wien, wo ihm besonders die lokalen Nachtbusse Material für seine Kulturstudie geliefert haben sollen. Wir schließen uns der Meinung des Rezensenten an: endlich mal was Positives aus Österreich.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2000
Thomas Vorwerk hat sich bei der Lektüre des Buches offenbar glänzend amüsiert. Er lobt, dass Hubmayr sich nicht nur mit Statistiken und Gesetzen befasst, sondern der Psyche - sowohl der Schwarzfahrer als auch der Kontrolleure - auf den Grund gehen will. Dabei befasse er sich auch mit deren gesellschaftlichem Ansehen und sogar mit entlegenen Themen wie der "Schwarzfahrerversicherung". Vorwerk bedauert lediglich die Unentschlossenheit, mit der Hubmayr zwischen Ironie und wissenschaftlicher Untersuchung hin- und herschwankt. Für Wissenschaftler bietet das Buch letztlich zu wenig, Schwarzfahrer hingegen dürften angesichts des Buchpreises eher zum "Schwarzlesen" tendieren, resümiert der Rezensent.
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