Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Überarbeitete Übersetzung von Eugen Helmle. Der Roman "Die Dinge" nennt sich im Untertitel "Eine Geschichte der sechziger Jahre", er ist jedoch sehr viel mehr als die bloße Bestandsaufnahme einer Epoche. Perec beschreibt die Dinge, die das Leben der Protagonisten Jerome und Sylvie ausmachen. Beide haben sie ihr Soziologiestudium aufgegeben und betreiben nun mit einigen wenigen Wissensbrocken aus der Psychologie und Soziologie Marktanalysen, zumeist in der Provinz. Aber die alles beherrschende Frage lautet, wie kommt man an das Geld, das scheinbar alle anderen so leicht verdienen, um sich die Dinge des Konsums leisten zu können, die Ausdruck gesellschaftlichen Erfolgs zu sein scheinen. Sie werden beherrscht von diesen Dingen, träumen von diesen Dingen, bewerten ihre Umgebung nach diesen Dingen, gleichzeitig wehren sie sich gegen die Allmacht der Konsumdinge.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2001
Georges Perec hat mit diesem Buch, seinem Debüt, das im Jahr 1965 erschien, einen seiner "strengsten" und "trostlosesten" Romane geschrieben, meint Rezensent Stefan Zweifel. Der Roman handelt von einem Paar in den sechziger Jahren, das sich unaufhaltsam in die Welt des Konsums begibt und letztlich darin verliert. Doch "Die Dinge" ist nicht nur ein Werk von Perec, denn dieser hat darin auch deutlich Gustave Flaubert verarbeitet, oder genauer dessen "Education sentimentale", die sich als Subtext durch den Roman zieht, hat der Rezensent erkannt. Den Leser erwartet eine "leicht lesbare, aber schwer verdauliche" Lektüre, erklärt Zweifel und würdigt auch den "großen" Übersetzer Eugen Helmlé, der kurz vor seinem Tod die Übertragung ins Deutsche noch einmal überarbeitet hatte.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2001
Jörg Drews zeigt sich erstaunt darüber, wie aktuell der kleine Roman des Franzosen Georges Perec doch ist. Zwar spielt er unter kleinbürgerlichen Intellektuellen im Paris vor 1968, die nur eine schöne Wohnung und einen guten Job im Sinn haben, doch erinnern diese unseren Rezensent stark an die Vertreter der New Economy. Allerdings schreibt Perec anders als zeitgenössische "Analysten" wie Michel Houellebecq oder Catherine Millet, meint der Rezensent. Er fühle sich in seine Figuren hinein, wenn auch nicht ohne Hohn, aber vor allem voller Mitleid. Denn dem "desorientierten" Pärchen Sylvie und Jerome steht eine "wohlsituierte, aber langweilige Existenz" in der Provinz bevor, weitab vom aufregenden Leben in der Metropole. Eugen Helmle hat diese "elegante kleine sozialpsychologische Studie" bereits 1984 zum ersten Mal ins Deutsche übertragen und nun überarbeitet, informiert Drews. Unklar ist ihm allerdings, warum Übersetzer oder Verlag das Schlusszitat von Sergej Eisenstein gegen eins von Karl Marx ausgetauscht haben.
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