Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
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Klappentext
Paris ist seine neue Heimat. Endlich das Gefühl, aufgenommen zu sein. Aber vergessen hat Arthur Kellerlicht nichts: Erst zehnjährig wird er des Landes verwiesen, verurteilt, weil er als Jude geboren ist. Rettung findet er in einem Internat in den Savoyen, wo die Züchtigung zum Alltag gehört. Und weil sich der Heranwachsende des Lebens unwürdig fühlt, ist es nur richtig, dass er bestraft wird: für das Lesen unerlaubter Bücher, für das Entdecken des eigenen Körpers, ganz einfach dafür, dass es ihn gibt, dass er überlebt hat.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Georges-Arthur Goldschmidt: Ein Wiederkommen - mehr beim Fischer Verlag
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.04.2012
Nein, ein Langweiler ist der Autor wegen seines thematischen Insistierens noch lange nicht, versichert uns Till Briegleb, der Georges-Arthur Goldschmidt inzwischen so gut kennt, dass er auch kleinste Variationen in dessen autobiografischem Schreiben über die Nöte und Ängste eines Holocaust-Überlebenden wahrzunehmen vermag. In Goldschmidts neuer Erzählung kehrt der Erzähler zurück in sein Elternhaus im Nachkriegsdeutschland und erlebt das Land beschäftigt mit dem Wiederaufbau und mit dem Verdrängen. Neu scheint Briegleb hier die Beurteilungsschärfe des Erzählers und die Frage nach der moralischen Verantwortung, die die in früheren Texten des Autors allgegenwärtige Scham verdrängt zu haben scheinen. Briegleb deutet das als befreiende Wendung in Goldschmidts Schreiben. Gleichwohl verzichtet der Band nicht gänzlich auf jene "autistische Poesie der Selbstbespiegelung". Im Rückblick auf die Kindheitsjahre im Waisenhaus im französischen Pointoise begegnet sie dem Rezensenten - und schlägt ihn abermals in ihren Bann.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2012
Rezensent Hans-Jürgen Heinrichs hat mit Georges-Arthur Goldschmidts Erzählung "Ein Wiederkommen" ein Buch gelesen, das ihm auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie nahe "die Poesie, das Grauen und die Rettung" beieinander liegen können. Denn der preisgekrönte, in Paris lebende Autor blickt hier anhand seines Alter Egos Arthur Kellerlicht auf sein Leben zurück und so erfährt der Kritiker, wie Goldschmidt als Zehnjähriger aus Nazi-Deutschland nach Frankreich flieht, wo er in einem Internat "perfiden pathologischen Entgleisungen" ausgesetzt ist und nach dem Krieg schließlich zurück nach Deutschland reist. Ganz fasziniert ist der Rezensent aber insbesondere von der Fähigkeit des Autors, das Innenleben seiner literarischen Figur zu gestalten: er liest hier wie Goldschmidts Protagonist sich in ein Netz aus Schuld und Scham, Strafe und Lust verstrickt und über die masochistische Erregung, die die Erinnerungen an die Bestrafungen im Internat hervorrufen, stets Souveränität bewahrt. Nur ein Schriftsteller vom "Rang eines Georges-Arthur Goldschmidt" kann das Begehren von der Seite des Erleidenden derart eindringlich schildern, betont der Rezensent.
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