Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Georges-Arthur Goldschmidt

Ein Wiederkommen

Erzählung

Cover: Ein Wiederkommen

S. Fischer Verlag, Frankfurt 2012
ISBN-10 8310027826
ISBN-13 978310027825
Gebunden, 196 Seiten, 18,99 EUR

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Klappentext

Paris ist seine neue Heimat. Endlich das Gefühl, aufgenommen zu sein. Aber vergessen hat Arthur Kellerlicht nichts: Erst zehnjährig wird er des Landes verwiesen, verurteilt, weil er als Jude geboren ist. Rettung findet er in einem Internat in den Savoyen, wo die Züchtigung zum Alltag gehört. Und weil sich der Heranwachsende des Lebens unwürdig fühlt, ist es nur richtig, dass er bestraft wird: für das Lesen unerlaubter Bücher, für das Entdecken des eigenen Körpers, ganz einfach dafür, dass es ihn gibt, dass er überlebt hat.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Georges-Arthur Goldschmidt: Ein Wiederkommen - mehr beim Fischer Verlag

Leseprobe beim Perlentaucher

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.04.2012

Nein, ein Langweiler ist der Autor wegen seines thematischen Insistierens noch lange nicht, versichert uns Till Briegleb, der Georges-Arthur Goldschmidt inzwischen so gut kennt, dass er auch kleinste Variationen in dessen autobiografischem Schreiben über die Nöte und Ängste eines Holocaust-Überlebenden wahrzunehmen vermag. In Goldschmidts neuer Erzählung kehrt der Erzähler zurück in sein Elternhaus im Nachkriegsdeutschland und erlebt das Land beschäftigt mit dem Wiederaufbau und mit dem Verdrängen. Neu scheint Briegleb hier die Beurteilungsschärfe des Erzählers und die Frage nach der moralischen Verantwortung, die die in früheren Texten des Autors allgegenwärtige Scham verdrängt zu haben scheinen. Briegleb deutet das als befreiende Wendung in Goldschmidts Schreiben. Gleichwohl verzichtet der Band nicht gänzlich auf jene "autistische Poesie der Selbstbespiegelung". Im Rückblick auf die Kindheitsjahre im Waisenhaus im französischen Pointoise begegnet sie dem Rezensenten - und schlägt ihn abermals in ihren Bann.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2012

Rezensent Hans-Jürgen Heinrichs hat mit Georges-Arthur Goldschmidts Erzählung "Ein Wiederkommen" ein Buch gelesen, das ihm auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie nahe "die Poesie, das Grauen und die Rettung" beieinander liegen können. Denn der preisgekrönte, in Paris lebende Autor blickt hier anhand seines Alter Egos Arthur Kellerlicht auf sein Leben zurück und so erfährt der Kritiker, wie Goldschmidt als Zehnjähriger aus Nazi-Deutschland nach Frankreich flieht, wo er in einem Internat "perfiden pathologischen Entgleisungen" ausgesetzt ist und nach dem Krieg schließlich zurück nach Deutschland reist. Ganz fasziniert ist der Rezensent aber insbesondere von der Fähigkeit des Autors, das Innenleben seiner literarischen Figur zu gestalten: er liest hier wie Goldschmidts Protagonist sich in ein Netz aus Schuld und Scham, Strafe und Lust verstrickt und über die masochistische Erregung, die die Erinnerungen an die Bestrafungen im Internat hervorrufen, stets Souveränität bewahrt. Nur ein Schriftsteller vom "Rang eines Georges-Arthur Goldschmidt" kann das Begehren von der Seite des Erleidenden derart eindringlich schildern, betont der Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren