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George Soros
Die Vorherrschaft der USA - eine Seifenblase
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Hans Freundl und Norbert Juraschiz. Der zornigste Milliardär der Welt kontra George W. Bush. In diesem Buch legt Philanthrop und Finanzgenie und Globalisierungskritiker George Soros dar, dass die Bush-Administration ihre Außenpolitik nach denselben unsinnigen Prinzipien gestaltet, nach denen der Wirtschaftsboom der späten 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ablief. Er führt aus, dass Bush und seine Leute die Tatsache der militärischen Überlegenheit dazu benutzt haben, sich einer trügerischen Einschätzung der Welt zu verschreiben, dass nämlich Macht haben und Recht haben ein und dasselbe ist.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2004
George Soros will mit diesem Buch die amerikanische Öffentlichkeit davon überzeugen, dass Bush abgewählt werden muss, berichtet Rezensent Werner Link, der sich in einer Mehrfachbesprechung mit einer ganzen Reihe von USA- bzw. Bush-kritischen Büchern befasst. Wie Link darlegt, argumentiert der erfolgreiche Börsenmakler und Wissenschaftsmäzen Soros mit dem ökonomischen Modell des Boom-Bust-Zyklus, d.h. er zieht eine gewisse Parallele zwischen dem amerikanischen Hegemoniestreben und dem Muster von "Boom" (Entstehung einer Spekulationsblase) und "Bust" (Platzen), das sich an den Aktienmärkten beobachten lasse. In den bevorstehenden Wahlen sehe Soros eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Seifenblase von der amerikanischen Vorherrschaft platzen zu lassen, um dann eine neue Vision von der Rolle der Vereinigten Staaten in der Welt zu verwirklichen und eine "kooperativere und konstruktivere Politik" zu verfolgen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.03.2004
Franziska Augstein bespricht das Buch des reichen, aber sehr verärgerten amerikanischen Börsenspekulanten und Philanthropen, der das bevorstehende Ende der Vormachtstellung seines Landes prognostiziert. Sie bezeichnet die Kritik des gebürtigen Ungarn als aufsehenerregend und "nicht unplausibel", bringt aber auch ein Ungenügen an Soros' Interpretation der politischen Missstände zum Ausdruck. Er entlehne das Vokabular seiner vergleichsweise simplen Argumentation vor allem der Börse und dem Darwinismus. Eine "falsche Idee" und "primitive Form" von Sozialdarwinismus, so Soros, habe sich "mit dem missverstandenen Mythos von der 'unsichtbaren Hand' verbunden". Die "Exzesse der Bush-Administration" ließen erkennen, dass sie "vor lauter Konkurrenzkampf vergessen" habe, "dass auch Kooperation zu den darwinistischen Mechanismen des Überlebens gehört". Die Folge ihrer politischen Kraftmeierei sei eine imperiale Überdehnung, die ebenso enden werde, wie eine "Blase" im Börsenboom, referiert Augstein die Thesen Soros'. So weit, dass er die Finanzmärkte reguliert wissen will, geht Soros allerdings nicht, bemerkt Augstein.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.02.2004
Ein "fulminantes Buch" erblickt Rezensent Claus Leggewie in George Soros' 200 Seiten starkem "Pamphlet", das "eigentlich nur ein Trailer für die Anti-Bush-Kampagne" sei. Wie Leggewie darlegt, geißelt Soros, einer der erfolgreichsten Börsenmakler aller Zeiten, nicht nur mit einigem Furor die US-Politik seit 2001, sondern skizziert auch eine alternative Politik unter demokratischer Ägide. Obwohl er dabei nicht mit Selbstzitaten und Selbstlob spart, findet Leggewie das Buch "erheblich informativer" als die "Coffeetable-Books", "die andere Weltunternehmer abzusondern pflegen". Dass Soros die Folgen einer zweiten Amtsperiode von George W. Bush fürchtet, hält Leggewie zwar für berechtigt. Die millionenschweren Spenden, die Soros für einen Sieg der Demokraten im November locker macht, erscheinen ihm dennoch fragwürdig, da mit diesen Spenden auch die Privatisierung der Politik zunehme.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.02.2004
Marc Brost stellt George Soros' Analyse in eine Reihe mit allen anderen Abrechnungen mit Amerika. Soros untersucht die US-Politik aus der Sicht eines Börsenhändlers. Doch seine Prognosen über einen baldigen Stimmungsumschwung unter der US-Bevölkerung und Bushs Abwahl noch in diesem Jahr vermögen den Rezensenten nicht zu begeistern. So interessiert er sich vielmehr für das Millionenvermögen des Autors und erinnert sich daran, wie dieser einst die asiatischen Tigerstaaten "in die Krise geschrieben" hat. Und man dürfe gespannt sein, was Soros sich einfallen lasse, um seinen persönlichen amerikanischen Traum zu realisieren. Sein aktuelles Buch aber ist für Brost letztlich nicht mehr als ein "weiterer Beitrag eines Bush-Gegners", mit häufig gehörter Kritik und "bekannten" Vorwürfen. "Mehr nicht."
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