Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Georg M. Oswald

Party Boy

Eine Karriere

Cover: Party Boy

Albrecht Knaus Verlag, München 1998
ISBN-10 3813500985
ISBN-13 9783813500981
Taschenbuch, 141 Seiten, 15,29 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Der weltberühmte Modedesigner Versace wird in Miami erschossen. Als Täter wird ein junger Mann gesucht, von dem außer einigen Fotos, die ihn in ausgelassener Partystimmung zeigen, wenig bekannt ist. Angeblich ist dies der fünfte in einer Reihe von Morden, die er innerhalb weniger Wochen verübt haben soll. Es wird die Vermutung aufgestellt, der Mörder sei Andrew Cunanan, ein homosexueller Callboy aus San Diego, der sich bei einem seiner Kunden mit Aids infiziert habe und nun auf einem vernichtenden Rachefeldzug all diejenigen umbringe, die ihn angesteckt haben könnten. Aber wie passen dazu der - heterosexuelle - Friedhofswärter und der Modedesigner, dem er wahrscheinlich nie zuvor begegnet ist? Weltweit stürzen sich die Medien sofort auf diesen Fall. Ein undurchdringliches Gestrüpp von Behauptungen, Vermutungen, angestrengten Hypothesen und schlichten Lügen überzieht schon wenige Stunden nach dem Mord an Versace den Erdball. Wer ist der Mörder und warum? Dieser Roman ist ein fiktionaler Bericht, der sich aus den Stimmen derer zusammenfügt, die ganz nah dran waren, aber nicht dabei: Zeugen, Verwandten, Freunden, Journalisten. Ihr Gerede wird zur Story und tritt schließlich an die Stelle des Geschehenen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.08.2000

Volker Weidermann hat - während dessen viertägigem (!) Jahresurlaub - ein Interview mit dem Anwalt und Schriftsteller Georg M. Oswald geführt. Auszüge daraus verbindet er in seinem Porträt des Autors als Moralisten mit der Besprechung seiner jüngsten Bücher:
1) "Alles was zählt"
Der Roman, so Weidermann, belege keineswegs Diedrich Diederichsens zuvor in der taz geäußerten Vorwurf, Oswald ziele in seinen Texten über bloße Affirmation des Beschriebenen nicht hinaus ("Sie irren sich, Herr Diederichsen"). Der "mitleidlose, präzise Bericht" über den Absturz des Bankangestellten Thomas Schwarz entlarve vielmehr ein Wirtschaftsmilieu, in dem die Anpassung so weit gehe, dass man die darwinistischen Regeln auch dann noch akzeptiere, wenn sie den eigenen Untergang bedeuten.
2) "Party Boy"
Dieser zum Teil aus Internetberichten zum Mord an Gianni Versace zusammengestellte Text befinde sich, behauptet Volker Weidermann, im moralischen Anspruch durchaus in der Tradition Heinrich Bölls. Gegen den frei mit den Fakten umgehenden Boulevardjournalisten insistiert hier ein "Moralist" auf den Tatsachen, die darin bestehen, dass man kaum etwas wissen kann. Trotz des Vergleichs mit Böll: bieder seien die Romane von Georg M. Oswald keinesfalls. Eher handle es sich um einen "Houellebecq aus Bayern".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren