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Klappentext
Die Kinder wissen nicht, was einmal war. Die Insel, die aus dem Meer ragt, ist ihnen eine Welt eigener Zeitordnung. Als Überlebende einer Naturkatastrophe haben sie sich mit elf greisen Lehrern dort eingerichtet. Und keiner der Alten ahnt, dass ihnen die kostbaren Kleinen schon bald entgleiten werden. Zwei Reisende beziehen Quartier in einem Prager Bürgerhaus. Sie jagen einen Jahrhunderte alten Feind, mit dem sie so innig verbunden sind, dass sich die letzte, die entscheidende Begegnung in einen anrührenden Liebesdienst verwandelt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2011
Georg Kleins neuer Erzählband hat Roman Bucheli verstört und begeistert. Fasziniert preist der Rezensent die originellen Erzählerfiguren und die meisterlich, dabei nur skizzenhaft gezeichneten postapokalyptischen Szenarien, mit der der Autor Raum- und Zeitgefüge kippen lässt. Es sind gerade Lakonie und ein offenes Ende, das für Bucheli die geheimnisvolle Aura dieser Texte bewahrt und mitunter meint er auch, ein geradezu maliziöses Vergnügen auf der Seite des Autors bei seinen Vexierspielen mit der Orientierungslosigkeit seiner Leser zu verspüren. Großartige Metaphern für die "brüchige Existenz" und die "Unbehaustheit" des Menschen stellen die Geschichten für den Rezensenten dar, der insbesondere Kleins Kunst, in wenigen Strichen das Raum-Zeit-Gefüge aufzulösen, bewundert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010
"Langsam lesen, Pausen einlegen!", empfiehlt Ina Hartwig, und sich noch dazu auf die Klaustrophobie des eigenes Kopfes einlassen, dann klappt es auch mit der scheinbar sperrigen Lektüre dieser 18 Texte. Psychologische oder auch nur logische Hilfestellung gibt es von Georg Klein nicht, dafür erwartet er die völlige Hingabe der Leser. Der Inhalt des titelgebenden Prosastücks sowie der darauf folgenden erschließt sich nicht leicht, nach Informationen der Rezensentin geht es in Kleins Erzählungen aus der Werkstatt um "Schatzsuche, Satanismus, Phantasie, Science-Fiction" usw.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2010
Sehr eingenommen ist Rezensent Tilmann Lahme von Georg Kleins Erzählungen. Er spricht sich eindeutig aus für den Autor, auch wenn seine Geschichten, wie Lahme einräumt, nicht leicht zugänglich seien. Das liegt für ihn mitunter an dem Kunstvollen von Kleins Sprache, aber auch an der Rätselhaftigkeit seiner oft märchenhaften Erzählungen. Doch fällt es Lahme nicht schwer, sich auf Klein einzulassen, zumal er dessen Geschichten - neben der "Zwergenanekdote" lobt er vor allem die Erzählung "Beim letzten Märchen" - nicht nur sperrig, dunkel und unheimlich findet, sondern auch "verspielt, humorvoll, raffiniert".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.09.2010
Rezensent Ijoma Mangold ist begeistert von diesen Erzählungen. Sie spielen zumeist in der Zukunft, von der aus zurückgeblickt wird auf eine Zeit, die die heutige ist. Daraus ergeben sich höchst gebrochene, manchmal unterhaltsame, manchmal zynische Einsichten. Ältere Kulturtechniken sind oft nur noch Travestien. Die Hauptpersonen sind meist einsame Gestalten, die sich beim Erzählen eines kraftlosen "Wir" bedienen, um sich noch irgendwo aufgehoben fühlen zu können. Aber dieses "Wir" existiert eigentlich schon nicht mehr, so der Rezensent. Diese "brillant allegorischen" Erzählungen, schreibt er, ermutigen den Leser zur Interpretation. Und das, fällt ihm beim Lesen auf, ist inzwischen ziemlich selten geworden.

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