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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gabriel Josipovici

Nur ein Scherz

Roman

Cover: Nur ein Scherz

Gerd Haffmans bei Zweitausendundeins, Frankfurt am Main 2005
ISBN-10 3861505630
ISBN-13 9783861505631
Gebunden, 209 Seiten, 12,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Gerd Haffmanns. Der Titel des Romans "Nur ein Scherz" ist ein zweideutiger Ausdruck für eine zweifelhafte Geschichte: Ein reicher Baron traut seiner sehr viel jüngeren Frau Elsbeth nicht und setzt einen Mann auf sie an. Die sehr viel jüngere Frau möchte ihren lästigen, geizigen alten Mann, den Baron, loswerden und setzt einen Mann auf ihn an. Dumm nur, dass es sich bei den beiden angesetzten Männern um denselben Mann handelt, den Clown Alphonse. Der verfügt über eine seltene Gabe: Geduld. Er nimmt von beiden Seiten gute Vorauszahlungen und wartet, wie die Dinge sich entwickeln. Und sie entwickeln sich. Dafür sorgen des reichen Mannes Fahrer und Faktotum Felix, Alphonses Freund und Kneipenwirt Lino, dessen Tochter Rosalia und ihre Kunststudentenfreunde und Jungfilmer Charlie und Natascha, die hinter Alphonse und seiner prahlerisch zur Schau gestellten Kohle her sind. Als Natascha als Isabelle bei Alphonse einzieht, kommt Leben in die Bude. Gier und Frust und Eifersucht - alles nur ein Scherz. Für weitere Scherze sorgen die Mitspieler der Geschichte selbst.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.08.2006

Rezensent Tobias Heyl ist begeistert von Gabriel Josipovicis "literarischem Wunderwerk" und rät, es am besten laut zu rezitieren, was den Lesespaß angeblich noch steigere. Zum Vortragen eigne sich dieser kurze, exaltierte Roman besonders gut, da er fast nur aus wörtlicher Rede bestehe. Der Rezensent bezeichnet ihn deswegen auch als ein "gedrucktes Hörbuch". Allerdings fordert dieser Stil auch eine gewisse Wachsamkeit und Konzentration vom Leser, um nicht im Wirrwarr aus Intrigen, Täuschung, Gier, Eifersucht und Liebe unterzugehen. Das Chaos beginnt damit, dass ein Mann den Clown Alphonse als Detektiv auf seine Ehefrau ansetzt, die ihrerseits ebenfalls Alphonse zur Ausspionierung ihres Gatten engagiert hat. Als Alphonses Freunde sich dann auch noch in die Geschichte einschalten, ist die kuriose Erzählung perfekt, die Heyl bestens empfehlen kann.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2006

Bestens unterhalten fühlt sich Ingeborg Harms von Gabriel Josipovicis neuem Roman über Ehekrisen, Intrigantentum und Kunstraub, der jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt. Auch wenn die Geschichte von zwei Eheleuten, die beide denselben clownsgestaltigen Killer anheuern, mit dem Auftrag, Gatte beziehungsweise Gattin um die Ecke zu bringen, durchaus Züge einer turbulenten Boulevardkomödie hat, amüsiert man sich, glaubt man der Rezensentin, keineswegs unter Niveau. Die Botschaft hinter den all den irrsinnigen Verwicklungen, die die Protagonisten bis zum glücklichen Ende der Komödie zu durchleben haben, findet Harms in der Auffassung, Kunst habe keine andere Aufgabe, "als uns die Zeit beim Warten auf die echten Dinge zu vertreiben". Dieses "Warten auf die echten Dinge" jedenfalls ist der Rezensentin über die vergnügliche Lektüre von Josipovicis "spritzigem Narrenspiel" niemals lang geworden.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren