Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Fritz Beer

Kaddisch für meinen Vater

Essays, Erzählungen, Erinnerungen

Cover: Kaddisch für meinen Vater

Arco Verlag, Wuppertal 2002
ISBN-10 3980841006
ISBN-13 9783980841009
Gebunden, 390 Seiten, 28,00 EUR

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Klappentext

Mit einem Nachwort von Christoph Haacker. Bei den Reisen in seine eigene Vergangenheit erinnert Fritz Beer an etliche Begegnungen: mit der Freundin Milena Jesenska und Louis Fürnberg, mit Thomas Mann und Ernst Bloch, Egon Erwin Kisch und Julius Fucik, Erwin Piscator und Bertolt Viertel, mit F. C. Weiskopf und Johannes R. Becher, mit Jesse Thoor und Gustav Regler, mit Eduard Goldstücker und Ludvik Vaculik, mit Rudolf Slansky und Prince Charles... "Kaddisch für meinen Vater" ist ein Querschnitt aus dem literarischem Schaffen Fritz Beers, drei Dutzend überwiegend unveröffentlichte Texte aus sechs Jahrzehnten, entstanden zwischen 1941 und 2002. Aus den Erfahrungen seines bewegten Lebens - seinem Judentum, der Flucht aus Prag ins Exil, dem Bruch mit dem Kommunismus nach dem Hitler-Stalin-Pakt, dem Kampf als Soldat gegen Nazideutschland, der Ermordung seiner Familie - entwickelt Beer seine Positionen in den politischen Debatten der Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2003

Mit einiger Melancholie hat Rezensent Jakob Hessing diese Texte gelesen und am meisten hat ihn wohl deren feine Ironie berührt. Entstanden, schreibt Hessing, seien die Essays und Erinnerungsstücke des Bandes im Exil und die deutsche Sprache erscheint ihm darin wie "der letzte Rest einer untergegangenen Welt". Besonders im Titeltext des Bandes leistet Fritz Beer nach Ansicht des Rezensenten "eine ergreifende Trauerarbeit" und stellt "auf subtile Weise zugleich das Schuldgefühl des Überlebens dar".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2003

Als "bemerkenswertes Lebensbuch" würdigt Rezensent Karl-Markus Gauß den Band "Kaddisch für meinen Vater", der Reden, Essays, Erinnerungen, Erzählungen des heute nahezu vergessenen Schriftstellers Fritz Beer versammelt. Die Texte des Bandes rufen Beer zur Freude von Gauß als "streitbaren Publizisten und Polemiker" wieder in Erinnerung. Sie stellen Beer nicht nur als "scharfsichtigen Essayisten", sondern auch als "glänzenden Erzähler" vor, berichtet Gauß. In diesem Zusammenhang zeigt sich Gauß verwundert darüber, dass Beers Kriegsnovellen, die er 1949 unter dem Titel "Das Haus an der Brücke" veröffentlichte, nicht zu Klassikern wurden. Mit wenigen Strichen skizziere Beer hier ausweglose Situationen, in denen sich der Einzelne als Wesen mit einem freien Willen zu bewähren habe - "atmosphärisch dichte, perfekt gebaute Kurzprosa", findet Gauß. Das Nachwort von Christoph Haacker, das Leben und Werk Beers aus ihren mitteleuropäischen Bedingungen heraus erklärt, lobt Gauß als "ausgezeichnet". Auch die sorgfältige und schöne Aufmachung des Buches haben Gauß überzeugt: "?Kaddisch für meinen Vater'", resümiert der Rezensent, "bringt einen Autor in Erinnerung, der sich mit schneidender Energie selbst befragt und beschwichtigende Antworten verweigert."

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren