Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling

Weltalter-Fragmente

Aus den Manuskripten des Berliner Nachlasses. 2 Bände

Frommann-Holzboog Verlag, Stuttgart - Bad Cannstatt 2002
ISBN-10 3772821553
ISBN-13 9783772821554
Broschiert, 770 Seiten, 108,00 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Klaus Grotsch. Mit einer Einleitung von Wilhelm Schmidt-Biggemann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.08.2002

Die Veröffentlichung ist eine Art Vorgriff auf die Veröffentlichungen aus dem Nachlass des Philosophen, der bisher noch nicht publiziert ist. Der Anspruch ist "historisch-kritisch", folglich nimmt die Ausgabe auch keinerlei Eingriffe in die sehr fragmentarische Textgestalt vor. Von der Gestalt aber sollte man sich, so Rezensent Hans Jörg Sandkühler, keinesfalls über die Bedeutung des Werks täuschen lassen. Um nichts Geringeres als die Ausarbeitung einer "Hermeneutik der Zeitlichkeit" geht es, um eine radikal gedachte Theorie der "Geschichtlichkeit" des Menschen. Ja, in der Verweigerung eines Abschlusses sind die Weltalter-Fragmente, meint Sandkühler, der Gegenentwurf zum Hegelschen Systemdenken. Die beiden Bände sind für den Interessierten also eine spannende Sache - wäre da nicht der auf jeden Eingriff, auch auf die Auflösung der vielen Abkürzungen verzichtende philologische Anspruch, der die Lektüre, so Sandkühler, doch zu einer etwas mühseligen Angelegenheit mache. Wenig Gefallen gefunden hat der Rezensent auch am allzu lang geratenen Vorwort von Wilhelm Schmidt-Biggemann.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2002

Schon beim ersten Satz merke der wohlmeinendste Leser, dass ein Kampf bevorstehe. So umschreibt Rezensent Rüdiger Bubner seinen ersten Eindruck bei der Lektüre der "Weltalter-Fragmente". Es handelt sich um Texte zur Geschichtsphilosophie aus Schellings Nachlass, in denen Schelling die Geschichte als Akt der Offenbarung Gottes zu deuten sucht. Die Schwierigkeit der Lektüre liegt auch daran, dass es sich bei den von Klaus Grotsch herausgegebenen Texten um eine "Vorausedition" handelt, da die definitive historisch-kritische Ausgabe wohl erst seinen Enkel erreichen wird, seufzt Bubner. Er lobt Schmidt-Biggemanns thematische Einleitung zu den "Weltalter-Fragmenten", die sich durch umfassende Kenntnis der Traditionen auszeichnet, die in Schellings Texte Eingang fanden, als "lehrreich und beeindruckend". Zum Bedauern Bubners lässt Schmidt-Biggemann den Leser, wenn es um die Texte selbst geht, dann allein. Bubner fühlt sich bei diesen Texten bisweilen an die Fragmente der Vorsokratiker erinnert, "bei denen nahezu alles von heute aus hinzugedacht werden muss". Andere Teile gemahnen ihn an das "geistreiche Feuerwerk der Fragmentenproduktion der Romantiker". Für ein aktuelles Interesse der Philosophie, Geschichte zu verstehen, bieten Schellings Gedankenskizzen nach Ansicht Bubners ebenso wenig eine Hilfestellung wie für ein theologisches Interesse, Gott begrifflich näher zu kommen. "Aber der Philosophiehistoriker", schließt Bubner beeindruckt, "beobachtet einen brodelnden Vulkan des Geistes, der alles Feste einschmilzt, ohne je zur völligen Eruption zu gelangen."

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren