Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Herausgegeben von Otto Dann. Schillers existentielle Wende zur Geschichtsschreibung: Die Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande, die berühmten Universalhistorischen Schriften des Epochenjahres 1789 und andere historische Schriften ? erstmals chronologisch nach den Erstdrucken ediert, historisch eingeordnet, bewertet und kommentiert. Friedrich Schiller stand im 28. Lebensjahr, als er nach einem aufsehenerregenden Erfolg als Dramatiker sich dazu entschloß, das dichterische Schaffen hintanzustellen, um sich ganz der Geschichtsschreibung zu widmen. Dem mittellosen Dichter eröffneten sich damit neue Perspektiven, Verbindungen und Einkünfte.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2000
Lange Zeit hat der Historiker Schiller in einem doppelten Schatten gestanden, schreibt Ulrich Raulff: im Schatten des Dramatikers Schiller und in dem der großen Historiker des 19. Jahrhunderts, die mehr von ihm lernten, als sie je zugegeben hätten. Dann folgt die Galerie derer, die Schillers Rehabilitation als Historiker vorantrieben, "allen voran Otto Dann mit seinem unermüdlichen Interesse an Schillers Quellen" wird dann der Herausgeber besonders hervorgehoben. Und spätestens jetzt weiß man, dass Raulff von dieser Edition mehr als begeistert ist: von den "Greenblattschen Streifzügen zwischen Historie und Literatur, zwischen Fiktion und Tatsachenbericht", die Schiller mit "Räuberlust" wage. Raulff versteht, dass sich manchem "methodenstrengen" Historiker bei diesen Ausschweifungen das Nackenhaar aufstellen kann. Er findet es trotzdem wunderbar. Auch, weil Schillers Texte in einer "kraftvoll voranschreitenden Prosa" geschrieben seien, in der das "Echo dramatischer Monologe" hörbar ist. Besonders aber das "bewundernswerte Flair für den Duft, die Farbe, die Aura eines Quellentextes" haben es dem Kritiker angetan. Am Ende wird der Bogen von Schiller bis Heiner Müller und Alexander Kluge geschlagen und schließlich richtiggestellt, nicht Nietzsche, sondern Schiller habe das "Grauen am Grunde der Geschichte" entdeckt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "rh." geht hier nicht auf die Stärken und Schwächen des vorliegenden Bandes bzw. der Edition ein, sondern skizziert Schiller zunächst als verkannten und unterschätzten Historiker, der nicht zuletzt unter dem "antihistorischen Ressentiment der Literatur-Beflissenen" zu leiden hatte, wie schon der Herausgeber Otto Dann anmerkt. Ziel der Edition sei es, wie "rh." den Herausgeber weiter zitiert, die Bedeutung Schillers als Historiker im Kontext seiner Zeit neu zu beleuchten und zu gewichten. Der Rezensent schließt mit dem Hinweis, dass mehrere der Ergebnisse zur Schiller-Forschung, die in den "Kommentarbänden der Nationalausgabe zu den Historischen Schriften" noch erscheinen werden, hier bereits aufgenommen wurden.
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