Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Friedrich Rückert

Gedichte von Rom

und andere Texte der Jahre 1817-1818. Historisch-kritische Ausgabe 'Schweinfurter Edition'

Cover: Gedichte von Rom

Wallstein Verlag, Göttingen 2000
ISBN-10 3892443653
ISBN-13 9783892443650
Gebunden, 748 Seiten, 75,67 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Hans Wollschläger und Rudolf Kreutner; bearbeitet von Claudia Wiener. Der knapp dreißigjährige Rückert verbrachte die Jahre 1817 und 1818 in Rom auf der Suche nach historischen und künstlerischen Monumenten der deutschen Größe und Einheit in Italien. Dort erlebte er die nationale Aufbruchstimmung nach den Freiheitskriegen gemeinsam mit Literaten und Malern wie Wilhelm Müller, Per Daniel Atterbom, Julius Schnorr von Carolsfeld und Carl Barth. Die erhaltenen Teile seiner Reisetagebücher werden hier erstmalig vollständig und kommentiert veröffentlicht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.08.2002

Eine einfache Rechnung macht der Rezensent Rolf Vollmann auf, zugunsten des Bandes fällt sie freilich nicht aus. Von den 600 Seiten, die er umfasst, sind - und zwar, wie er betont, allerhöchstens - 50 lesenswert, den Rest hätte man bleiben lassen können, wie er war: ungedruckt. Ganz besonders überflüssig ist dabei das Tagebuch einer Romreise (nicht weniger als, da hat Vollmann Zeile für Zeile gelitten, 4328 Verse lang), von der Friedrich Rückert nichts Berichtenswertes mitzuteilen hat. Ja, Vollmann scheut den Superlativ nicht, dies sei, versichert er, "bei weitem das belangloseste, dümmste Zeug, das je einer von Reisen mitgebracht hat". Ausgenommen vom Verdammungsurteil über den Band sind einzig eine Terzinendichtung von "unwiderstehlicher Anmut" und ein Gedicht, das Arno Schmidt in Zettels Traum zitiert: "Wenn auch mich ein Gott...". Der Ton dieses Gedichts, ist, so Vollmann, "einzigartig" in der deutschen Literatur.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2000

Peter von Matt hält wenig von historisch-kritischen Ausgaben, das sagt er gleich mit ziemlichen Spott. Dann wandert er durch die Wüste der "HKA" und stößt doch auf eine unverhoffte Oase: ein Liebesgedicht nämlich, daß "wir erstmals in der ursprünglichen Fassung vor uns sehen". In toto wird es dann auch gleich zitiert. Doch während er noch überschwänglich lobt, spürt man schon das "aber" wie ein Gewitter hinter seinen Worten aufziehen. Dann donnert es gleich in der nächsten Spalte: "Neun Zehntel dessen, was hier an lyrischem Ausstoß vorgelegt wird, taugt leider gar nichts". Rezensent von Matt streift noch ein wenig Leben und Werk des Dichters Friedrich Rückert, wobei er zwischen Mitleid und Bewunderung schwankt. Er hebt auch noch einmal Hans Wollschlägers "Aufsehen erregende" Ausgabe der "Kindertotenlieder" hervor. Am Ende hat er arge Ängste, Rückerts "Reimzwang" könnte auch in der Gegenwart noch Opfer fordern.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2000

Liest man Dieter Richters Rezension zu diesen Gedichten Rückerts, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass man mit diesem Band nicht nur seine Bildung auffrischen, sondern auch allerhand Unterhaltsames über Italien erfahren kann. Rückerts alltägliche Erlebnisse auf der Strasse, in Herbergen und beim Zoll sind dem Rezensenten offensichtlich nicht fremd, nur: "bei Rückert liest es sich vierhebig und mit Kreuzreim". Da reimt sich auch schon mal "Florenz" auf "Pestilenz" und "Strada" mit "Suada". Aber Richter lobt nicht nur den unterhaltsamen Aspekt des Bandes. Vor allem bietet diese Ausgabe seiner Ansicht nach einen Einblick in Rückerts Experimentierfreude mit verschiedenen Gattungen. Als Beispiele nennt Richter Rückerts Versuche mit "Ritornellen", "Sicilianen" und Sonetten. Der vorliegenden Ausgabe gebühre auch das Verdienst, im Anhang sogenannte "Stornelli" zu veröffentlichen, "halb gereimte Dreizeiler", die von der Bevölkerung auf dem Land improvisiert wurden, und die Rückert wahrscheinlich als erster aufgezeichnet hat

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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