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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Friedrich Ani

Durch die Nacht, unbeirrt

(Ab 14 Jahre)

Cover: Durch die Nacht, unbeirrt

Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN-10 3446197478
ISBN-13 9783446197473
Pappband, 280 Seiten, 12,68 EUR

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Klappentext

Der 16jährige Mingo ist verliebt. Langsam kommen er und Isa sich näher, doch plötzlich ist sie verschwunden. Für Mingo beginnt eine verzweifelte Suche im zwielichtigen Milieu der Großstadt. Er findet Isa schließlich eingesperrt in einer fremden Wohnung. Sie können gemeinsam fliehen, doch nach einer kurzen Zeit des Glücks holt die Realität sie wieder ein ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2000

Shirin Sojitrawalla hat Friedrich Anis erstes Kinderbuch gelesen, und es hat sie nicht von ungefähr an einen Fernsehkrimi erinnert. Schließlich sei der Autor Drehbuchschreiber und Journalist. Das "durchaus spannende Buch" warte nun mit der ganzen dramatischen Palette von sexuellem Missbrauch über Drogen bis zur ersten Liebe auf: "das ist ein bisschen viel -selbst für ein Jugendbuch", findet die Rezensentin. Auch gefällt ihr nicht, dass Ani sich mit cooler Jugendsprache und der Nennung gängiger Markennamen an sein jugendliches Publikum anbiedert. Sämtliche Figuren des Buches kämen außerdem nie aus dem "Korsett des Prototyps" heraus.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.05.2000

Was Siggi Seuss fehlt in diesem Jugendroman ist schlicht und ergreifend Wahrheit. Die Intention des Autors, Mut zu machen und an das Selbstbewußtsein zu appellieren, sei zwar "ehrenwert". Doch reiche dies noch lange nicht aus, um ein gutes Buch zu schreiben. Viel zu sozialpädagogisch und detailverliebt kommt der Roman daher, so Seuss, er läßt dem jugendlichen Leser wenig Raum, eigene Phantasie zu entwickeln. Die Geschichte wirke trotz eines tragfähigen Handlungsgerüsts und der brisanten Thematik eher wie aus dem Theater als aus dem Leben gegriffen. So muss der Rezensent weiter auf einen Jugendroman nach seinem Herzen - "schmutzig, nüchtern, wortkarg, aber wahr" - warten.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.03.2000

In einer Doppelbesprechung nimmt sich Tobias Rapp zwei Bücher über jugendliche Außenseiter vor:
1) Friedrich Ani: "Durch die Nacht, unbeirrt"
Mingo geht lieber alleine in den Wald oder trifft seine Freundin als mit den anderen vor der Schule zu rauchen oder Bier zu trinken. Als die Freundin verschwindet, stößt er bei der Suche nach ihr auf andere Außenseiter der Gesellschaft. Dass die dann alle am Ende "die besseren Menschen" sind, weil sie Bücher lesen und "wirkliche Gefühle" haben, findet der Rezensent etwas nervig, zumal die "Problemcluster" (Kinderpornos, Drogen, Tod), die der Autor hier angesammelt hat, ihm etwas übermächtig in den Ohren dröhnen.
2) George Ella Lyon: "Lawandas Leben"
Lawanda will weg aus der Kleinstadt und lernt beim Zeitungsaustragen einen Aussteiger kennen, der in zwei Bussen am Rande des Städtchens wohnt. Obwohl dieser Garland durchaus nicht der bessere Mensch ist, scheint er doch unschuldig ins Gefängnis zu geraten - und Lawanda bemüht sich um seine Freilassung. Der Rezensent teilt über Sprache und Erzählton nichts weiter mit; vielmehr ist er deutlich ungehalten darüber, dass auch dieses Buch wieder von den Falschen gelesen wird. Nämlich von denen, die, "in beheizten Kinderzimmern wohlbehüteter Einfamilienhäuser" sitzend, sich von aller Welt mißverstanden fühlen und krasse Außenseiterfiguren zur Identifikation missbrauchen. Woher weiß er das?

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