Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Kofi Annan hat den Friedensnobelpreis erhalten und genießt in den meisten Ländern der Erde großen Respekt. Durch seine integrierende Persönlichkeit, seine sympathische Art und seinen Einsatz, u.a. im Kampf gegen Aids und Armut, hat er den Vereinten Nationen neue Glaubwürdigkeit geschenkt. Obwohl er in seiner zweiten Amtszeit mit Vorwürfen zu kämpfen hatte, vor allem von Seiten der Bush-Regierung, setzt er sich weiterhin beharrlich für eine bessere Welt ein, ob im Irak, in der Westsahara, in Kaschmir oder für die Flutopfer.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.11.2005
Ein "sachkundiges" und vor allem "ehrliches" Porträt hat Friederike Bauer da abgeliefert, lobt Alfredo Märker. Skandalöse Neuigkeiten gebe es nicht, dafür ist der berufliche Werdegang Kofi Annans und auch die kargen Reste des Privatlebens detailliert beschrieben. Gleichgewichtig würden von der "UN-Fachfrau" sowohl die dunklen Seiten der bisherigen Amtszeit wie die Tragödie in Ruanda oder die Verwicklungen seines Sohnes in die Machenschaften rund um das Öl-für-Lebensmittel-Programm als auch die großen Erfolge Annans wie sein Kampf gegen Aids beleuchtet. Alles sei "sorgfältig recherchiert", versichert der Rezensent, der Leser, die vielleicht die Dramatik vermissen, darauf hinweist, dass Annan in seinem bisherigen Berufsleben beinahe ausschließlich der UN gedient habe, also quasi kein Leben vor der UN gehabt hat.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.08.2005
Andreas Eckert fand Friederike Bauers Porträt von Kofi Annan zwar "etwas betulich", empfiehlt es aber dennoch als "gut lesbar" und "informativ". Unter anderem zeichnet Bauer nach, inwiefern Annans Versagen als UN-Untersekretär für Friedensoperationen beim Genozid in Ruanda dafür verantwortlich ist, dass er sich heute als Generalsekretär der Vereinten Nationen mit besonderem Aplomb für den schwarzen Kontinent einsetzt. Auch beim Massaker von Srebrenica, referiert Eckert Bauers Biografie, konnte Annan nicht überzeugen. Seiner Karriere hat das ebenso wenig geschadet wie die in jüngster Zeit erhobenen Korruptionsvorwürfe - neben dem Posten des Generalsekretärs verlieh man ihm 2001 auch den Friedensnobelpreis. Als Geheimnis von Annans Erfolg arbeitet Bauer, wie Eckert darlegt, des geborenen Ghanaers Befähigung als Verwalter und seine politische Geschmeidigkeit heraus - wobei letztere von Liebedienerei nicht immer ganz frei zu sein scheine.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.05.2005
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung für eine Kofi Annan-Biographie ist nach Meinung von Yasemin Yüksel ausgesprochen unglücklich gewählt. Zwar habe die Autorin den Erscheinungstermin herausgeschoben, um noch jüngste Erkenntnisse zur Korruptionsaffäre im persönlichen Umfeld Annans einzuarbeiten, dennoch blieben zwei andere wichtige Punkte "außen vor", und insofern kommt es Yüksel vor, als enthalte die Autorin ihren Lesern das letzte Kapitel ihres Buches vor. Die zwei Punkte, die der Kritikerin fehlen, sind: das endgültige Ergebnis der Volcker-Kommission, die sich mit den Korruptionsvorwürfen beschäftigt, die vor allem Annans Sohn belasten, und das von Annan initiierte Reformpaket, das die Vereinten Nationen von innen reformieren soll. Es ist schade, bedauert Yüksel, dass durch den unglücklichen Zeitpunkt diese durchaus verdienstvolle Biografie Federn lassen muss. Sie stammt von der FAZ-Redakteurin Friederike Bauer, die zwei lange Interviews mit dem UN-Chef geführt hat und viele Personen aus seiner Entourage befragen konnte, stellt Yüksel die Verfasserin vor. Bauer wahre die notwendige Distanz, notiert sie, moniert aber auch, dass sich für sie ein klares Bild Kofi Annans "nicht einstellen mag", zumindest keines, führt Yüksel aus, das sich von seinen Fernsehauftritten unterscheide.
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