Bücherschau der Woche
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Klappentext
Herausgegeben von Lisbeth Exner und Herbert Kapfer. Mit einem Vorwort von Ellen Otten. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert:
Die Erinnerungen enthalten Texte von Manfred George, Claire Goll, Franz Jung, Daniel-Henry Kahnweiler, Hermann Kasack, Walter Mehring, Karl Otten, Kurt Pinthus, Erwin Piscator, Alexandra Ramm, Hans Richter u.a.
Briefpartner sind Gottfried Benn, Fritz Brupbacher, Maximilian Harden, Franz Jung, Karl Krauss, Else Lasker-Schüler, Heinrich Mann, Karl Otten, Rudolf Rocker, Egon Schiele, Carl Sternheim, Leo Trotzki u.a.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2001
Eigentlich, fällt der Rezensent Thomas Rietzschel mit der Tür ins Haus, ist das Buch fast "ein Schwindel". Jedenfalls führt es auf falsche Fährten. Denn es handle sich keineswegs um die eigenen Erinnerungen Franz Pfemferts, des Herausgebers der expressionistischen Zeitschrift `Die Aktion`. Stattdessen über hundert Seiten "Vorworte" von anderen, dann die "Erinnerungen" - von Otten, Pinthus, Jung, Goll, Piscator, Mehring. Auf Seite 196 habe dann Pfemfert seinen ersten Auftritt: es folgt eine Auswahl seiner Briefe. Sehr viel neues über die "Aktion"-Zeit ist, bemängelt der Rezensent, da aber auch nicht zu erfahren. Im Mittelpunkt steht (da die früheren Briefe zum großen Teil nicht mehr existieren) die "sehr private Geschichte" einer großen Vereinsamung im Exil. Viel Interessantes bleibt also nicht übrig, Rietzschels Verdacht: die Herausgeber haben "einfach zusammengetragen (...), was immer ihr Buch dick machen konnte."
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.06.2000
Mit großer Anerkennung spricht Roland H. Wiegenstein über die "unendliche Mühe", die sich die Herausgeber bei der Recherche für diesen Band gemacht haben, zumal die meisten Archive, die Aufschluss hätten geben können, verloren sind bzw. als verschollen gelten. Als wichtige Quelle habe daher eine mehrstündige Radiosendung gedient, die sich in den Archiven des WDR fand. Für diese Sendung hatte Karl Otten zahlreiche schriftliche und mündliche Zeugnisse zusammen gestellt. Aber auch Zeitungsartikel aus den sechziger Jahren und vor allem Briefe Pfempferts haben die Herausgeber - neben eigenen Aufsätzen - hier abgedruckt. Wiegenstein begrüßt es sehr, dass Pfempfert, dem "Schriftsteller, Herausgeber, Fotografen (...), der bis 1918 einer der wichtigsten, findigsten, unbestechlichsten Förderer des Expressionismus war" mit diesem Band "ein Denkmal, und wichtiger noch: ein Mahnmal" gesetzt wird. Pfempfert zeigt sich, so der Rezensent, als kompromissloser Streiter, als Polemisierer, der aber auch im größten Elend des Exils sich nicht wehleidig zeigte. Über Pfempferts Tätigkeit könne man sich zwar auch im Reprint der Zeitschrift "Aktion" (von 1961 bis 1976) informieren. Ein Bild des Menschen Pfempfert wird nach Ansicht des Rezensenten erst durch den vorliegenden Band deutlich. "Eine solide Grundlage für weitere Forschungen", so lautet das Fazit des Rezensenten.
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