Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Frans de Waal

Primaten und Philosophen

Wie die Evolution die Moral hervorbrachte

Cover: Primaten und Philosophen

Carl Hanser Verlag, München 2008
ISBN-10 3446230831
ISBN-13 9783446230835
Gebunden, 224 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Unter Mitarbeit von Robert Wright, Christine M. Korsgaard, Philip Kitcher u. a. Mit 9 Abbildungen. Aus dem Amerikanischen von Hartmut Schickert. Sind wir zum Egoismus verdammt? Oder gehört auch die Moral zu unserer Natur? Der Verhaltensforscher Frans de Waal präsentiert überraschende Antworten auf philosophische Fragen. Forschungen mit Affen haben seine Vermutung bestätigt, dass moralisches Verhalten evolutionäre Vorteile sichert, die für Tiere genauso bedeutsam sind wie für Menschen. Er widerlegt damit die Vorstellung, Menschen seien schon auf genetischer Ebene als egoistische Wesen konzipiert. Der Band stellt de Waals Theorien vor und dokumentiert die daran anschließende Diskussion.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.02.2009

Enttäuscht zeigt sich Malte Dahlgrün von der verhaltensbiologischen und moralphilosophischen Abhandlung des niederländischen Primatenverhaltensforschers Frans de Waal. Wie der Rezensent darstellt, stemmt sich De Waal der Annahme entgegen, dass der Mensch von Natur aus schlecht sei und seine Moralität lediglich eine dünne Fassade. Stattdessen betrachte er Moral als evolutionäres Konzept, deren Vorformen sich bereits in der Tierwelt nachweisen lassen. Zwar bescheinigt Dahlgrün dem Wissenschaftler, mit der diskursiven Anlage seines Buches einem großartigen Konzept zu folgen. Doch leider stößt Dahlgrün dabei auch auf einen "völligen Mangel an Präzision", ein wahlloses Vermischen von Kategorien und die Schaffung von Gegenpositionen, die eigentlich gar keine sind. Im Schlussaufsatz glaubt Dahlgrün schließlich de Waals eigentliches Anliegen zu entdecken, nämlich jenes, den Empfindungen eine konstitutive Rolle an der Moralität zuzusprechen. Sei dies der Fall, so der Rezensent, habe de Waal sein Ziel zuvor "wortreich verfehlt".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008

Der Primatenforscher Frans de Waal hat nach Ansicht von Helmut Mayer vor allem ein Problem: Die Position, gegen die er mit diesem Band anzukämpfen unternimmt, vertritt eigentlich kaum einer mehr. De Waal nennt sie selbst die "Fassadentheorie". Gemeint ist die Ansicht, im Menschen stecke ein amoralisches Tier, das von der Fassade von Moral und Kultur nur temporär verdeckt wird. Der Autor vertritt dagegen die These, dass schon bei Tieren - bei Menschenaffen vor allem - "Anbahnungen menschlicher Moralität" anzutreffen seien. In den dem Band beigegebenen, vom Rezensenten als außerordentlich bereichernd empfundenen Kommentaren geben Philosophen wie Peter Singer und Christine Koorsgaard zu bedenken, dass die Einstellung, die Moral ausmacht, nämlich die Bewertung der eigenen Absichten, bei Menschenaffen so kaum anzutreffen sei. Mayer scheint dem Argument grundsätzlich zuzustimmen, hält das Buch aber doch für recht "erhellend".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.10.2008

Nicht ganz klar wir, ob Christian Thomas sich in dieser Rezension auf mehrere Bücher des Primatenforschers Frans de Waal bezieht oder nur auf "Primaten und Philosophen". Im neu erschienenen Werk untersucht de Waal jedenfalls die Frage nach dem Zustandekommen der "Sozialität der menschlichen Natur". Dabei geht er davon aus, dass menschliches Handeln immer mit dem Verhalten des Mitmenschen zu tun hat. Daraus lässt sich eine positive und eine negative Erkenntnis für den "Menschen als Gemeinschaftstier" gewinnen: Zum einen entsteht moralisches Handeln aus sozialen Emotionen; zum anderen entsteht das Gemeinschaftsgefühl durch Abgrenzung von Fremdem. Inwiefern diese menschlichen Eigenschaften auch auf Tiere angewandt werden können, diskutiert de Waals mit vier Forschern, deren Hintergrund nicht weiter erläutert wird.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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