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Frank R. Wilson
Die Hand - Geniestreich der Evolution
Ihr Einfluss auf Gehirn, Sprache und Kultur des Menschen
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Heiner Kober. Was unterscheidet den Menschen vom Affen? Der aufrechte Gang, die Sprache, das Denken? Nein, in allererster Linie die Hand, antwortet der amerikanische Neurologe Frank R. Wilson. Es sind seine Hände, die den Menschen zum Menschen machen, lautet ein Ergebnis detaillierter Forschungen auf dem Gebiet der Neurologie, Evolutionsbiologie, Psychologie, Linguistik und Paläontologie.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.05.2000
Mit spürbarer Faszination bespricht Thomas Eckardt dieses Buch, in dem sich der Autor, - wie Eckardt zustimmend anmerkt - "gegen eine rigorose Körper-Geist-Dichotomie" wendet. Der Rezensent scheint die Überlegungen, inwiefern die Hand, insbesondere durch den "opponierenden Daumen" die Funktionen und kognitiven Fähigkeiten des Gehirns (und infolgedessen auch Sprache, "Intelligenz und Kultur") beeinflusst hat, wesentlich spannender zu finden als Annahmen und Überlegungen in umgekehrter Richtung. Die Ausstattung des Buches hebt Eckardt ebenfalls anerkennend hervor. Er bedauert lediglich, dass der Autor es sich "nicht verkneifen" konnte, bestimmten Merkmalen der menschlichen Hand Charaktereigenschaften zuzuordnen, und dass Wilson darüber hinaus die Fähigkeiten der Primaten seiner Ansicht nach unterschätzt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.05.2000
Manuela Lentzen zeigt sich von diesem Band spürbar angetan. Wilsons Ausführungen darüber, inwiefern eine gut funktionierende und entwickelte Hand ihrerseits die Fähigkeiten des Gehirns beeinflusst, scheint sie äußerst plausibel und für den Leser gewinnbringend zu finden. Fasziniert berichtet sie von Wilsons Untersuchungen zur "Evolution der Hand, der Kognition und der Kultur", bei der er u . a. die "Missachtung der Musik durch die Kognitionswissenschaften" beklage. Seiner Überzeugung nach ist die Sprachentwicklung eng mit dem Gebrauch der Hand gekoppelt. Insgesamt ein "facettenreiches Buch", findet die Rezensentin, zumal der Autor auch Menschen zu Wort kommen läßt, die in besonderem Maße auf ihre manuellen Fertigkeiten angewiesen sind (Musiker, Chirurgen, Jongleure etc.). Manche von Wilsons Theorien findet sie zwar "recht spekulativ". Dies tut jedoch ihrer hohen Meinung von diesem Buch keineswegs Abbruch.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Jörg Albrecht bespricht zwei Bücher, die sich beide mit der menschlichen Hand beschäftigen: Frank R. Wilsons " Die Hand - Geniestreich der Evolution" und "Die Hand - Werkzeug des Geistes" von Marco Wehr und Martin Weinmann.
Daß die Beschaffenheit der menschlichen Hand das Denken erst ermöglicht hat, ist eine gewagte, aber derzeit populäre These, die Jörg Albrecht auch dem amerikanischen Neurologen Frank R. Wilson zuschreibt. Das Buch, das Wilson dem Thema gewidmet hat, findet jedoch nicht Albrechts Gnade: "Kraut und Rüben" entdeckt der Rezensent in Wilsons widersprüchlicher Abhandlung, die den Weg vom Faustkeil des Homo erectus zu Rachmaninoffs Klavierkonzerten eher schlecht als recht "entlangholpert".
"Etwas besser" findet Albrecht eine deutsche Neuerscheinung: "Die Hand - Werkzeug des Geistes" von Marco Wehr und Martin Weinmann. Leider bleibt dem Rezensenten nicht der Platz, diese Arbeit vorzustellen. Die Autoren räumten ein, daß es zwischen "Greifen" und "Begreifen" keinen allgemeingültigen Zusammenhang gebe, erfahren wir, ansonsten erfahre man "manches". Zu einer Empfehlung reicht es Albrecht bei keinem der beiden Werke.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000
Geschichte und Theorie der Entwicklung so enorm komplexer Bewegungsmuster, wie sie der Mensch in seiner "Handfertigkeit" besitzt, sind von dem amerikanischen Neurologen anregend dargestellt worden, urteilt Dietmut Klärner. Zwar möchte er dem Autor nicht immer in allen Abschweifungen und "verschlungenen Gedankenpfaden" folgen, z.B was den angeblich evolutionär überholten Reflex des Nach-dem-Ast-Greifens bei Gleichgewichtverlust betrifft. Aber die Entwicklung der Intelligenz aus der Entwicklung der Hand findet Klärner sowohl im historisch-wissenschaftlichen Puzzlespiel (fossile Knochenfunde!) als auch den Verzweigungen kultureller Ausprägung (Puppenspiel, Musiker- und Chirurgenhände) spannend und lesbar dargestellt.
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