Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Fracoise Sagan legt ihre Erinnerungen vor - lässt ihr Leben anhand ihrer Romane an uns vorbeiziehen. Und sie sellt fest, dass ihre Romane die "einzig überprüfbaren Eckdaten ihres Lebens sind", angefangen von "BonjourTristesse" bis zu "Und mitten ins Herz"...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.10.2000
Zu einer Party geladen fühlte sich die Rezensentin Ursula März durch dieses Buch, aber schon bei der Begrüßung durch die Gastgeberin ist sie leicht verärgert. Nur an ihre Romane als eindeutige Richtpunkte ihrer Erinnerung will die Sagan sich halten, so schreibt sie am Anfang. Und bedauerlicherweise, so März, hat sie sich daran auch gehalten; die Party wird organisiert als "kleine literaturgeschichtliche Vorlesung in eigener Sache". Im Licht ihrer Romane gibt sie dann und wann etwas aus ihrem Leben preis. Immerhin ist das alles uneitel geschrieben, aber wenig ergiebig: die "Vorführung katzenhaft geschmeidiger Vermeidung", meint Ursula März, und verdrückt sich von dieser Party schnell wieder.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2000
Rezensent Jürgen Ritte nimmt es der Autorin von "Bonjour tristesse" etwas übel, dass sie in ihrer eigenen Retrospektive so wenig durchsickern lässt von der Existenz einer Schriftstellerin, die von "Unfällen, gescheiterten Ehen, Spielsucht, chronischer Geldnot" und "Depressionen" gepeinigt wurde. Anstatt ihrer eigenen "Skandalen und Affären", nehme sich Sagan lediglich ihrer "gut zwanzig Romane" "in braver chronologischen Reihenfolge" an. Eine pikante Ergänzung am Ende der Rezension erinnert an die Realitäten außerhalb der selektiven Selbstwahrnehmung: z.B. an Sagans gescheiterte Vermittlung eines Konzessionsvertrag zwischen Usbekistan und dem Erdölkonzern "Elf". Mittlerweile sitze der Elf-Chef im Gefängnis. Die alternde Sagan wiederum sitze in Sanatorien in Erwartung von Geld und neuem Ruhm.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.03.2000
Ein wenig überrascht scheint Verena Auffermann zu sein, dass Francoise Sagan ihre Erinnerungen an ihr äußerst bewegtes Leben so übermäßig sortiert hat: "mit viel mehr Hygiene, Selbsthass und Bescheidenheit, als es ihre Bücher verdient haben", findet sie. Überhaupt Bescheidenheit: Sehr viel Understatement macht Auffermann hier aus, dauernd ist von Mißerfolgen die Rede, macht sich Sagan kleiner als sie ist. Allerdings hört die Rezensentin auch bisweilen den Ton "trainierter Schüchternheit" heraus. Letztlich erfahre man aber wenig über die Person Sagan. Da parliert sie über "die Segnungen des Älterwerdens" und über die "nervösen Depression als Geißel der modernen Zeit" oder zitiert Pascal. Der Rezensentin ist das viel zu brav. Sie fragt sich, wo die Frau ist, die wie Beauvoir, Duras und Bardot "zu den Löwinnen im Kampf um die sexuelle Befreiung gehörte".
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