Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem slowenischen von Johann Strutz. Auch sein Weg zu Helena, dachte er, und überließ die gräfliche Schamfalte der Geschichte, war durch Weihrauch und Weihwasser gegangen. Kaum hatte er sie auf den Stufen des Kommunionstisches zu Gesicht bekommen, wurde er sich der Sexualität seines Blicks bewußt. Beim Lauschen der Predigten und Evangelien nahm ihn ihr Liebreiz ein und brachte ihn näher an ihren zierlichen Körper im roten Röckchen, bei der Buße wurde die Entfernung zwischen ihnen um einige Klafter tiefer, und bei den letzten Kreuzen jagten die Augen, schon wieder begrüßt, hinter der kleinen Eva her, die in den Schutzraum ihrer Aufpasser verschwand, er konnte nur noch mit der Hand in die Richtung des Wagenschuppens deuten. Bereits damals hatte Helena nicht nur seine hochfliegenden Gedanken auf die Erde zurückgebracht, denn dadurch, daß er sich in sie verschaut hatte, waren mit einem Mal auch alle Andachtsübungen wie verwandelt, bekamen Sinn und Inhalt und wurden konkret. Penis meus ad te veniat, respondierte er vor dem Altar, et in vulva pax hominibus, hörte er das Gloria singen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2000
Sabine Brandt kann dem Roman, der im slowenischen Teil Kärntens spielt, nichts abgewinnen. Sie moniert, dass der Autor, studierter Theologe, seinen Protagonisten, einem durch seine Jugend schwer beschädigten Rentier und Museumsleiter, als reines Sprachrohr für die "eigene Seele" benutzt. Dessen Persönlichkeit interessiere den Autor nicht und in den Ausdrücken und Gedanken seines Protagonisten komme immer wieder der Theologe zum Vorschein, der sein Held der Geschichte nach gerade nicht sein soll. Außerdem kritisiert die Rezensentin die vielen Einschübe und "Geschichtchen", die die Frage aufwerfen, was denn eigentlich das "Kernproblem" des Romans sein soll. So bleibe vieles an der Motivation der Romanfiguren unklar und das Buch biete zwar eine "stattliche Reihe von Antworten", gebe aber keinen Aufschluss, welches die richtige sei.
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