Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Florjan Lipus

Herzflecken

Roman

Cover: Herzflecken

Wieser Verlag, Klagenfurt 2000
ISBN-10 385129288X
ISBN-13 9783851292886
Gebunden, 394 Seiten, 24,85 EUR

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Klappentext

Aus dem slowenischen von Johann Strutz. Auch sein Weg zu Helena, dachte er, und überließ die gräfliche Schamfalte der Geschichte, war durch Weihrauch und Weihwasser gegangen. Kaum hatte er sie auf den Stufen des Kommunionstisches zu Gesicht bekommen, wurde er sich der Sexualität seines Blicks bewußt. Beim Lauschen der Predigten und Evangelien nahm ihn ihr Liebreiz ein und brachte ihn näher an ihren zierlichen Körper im roten Röckchen, bei der Buße wurde die Entfernung zwischen ihnen um einige Klafter tiefer, und bei den letzten Kreuzen jagten die Augen, schon wieder begrüßt, hinter der kleinen Eva her, die in den Schutzraum ihrer Aufpasser verschwand, er konnte nur noch mit der Hand in die Richtung des Wagenschuppens deuten. Bereits damals hatte Helena nicht nur seine hochfliegenden Gedanken auf die Erde zurückgebracht, denn dadurch, daß er sich in sie verschaut hatte, waren mit einem Mal auch alle Andachtsübungen wie verwandelt, bekamen Sinn und Inhalt und wurden konkret. Penis meus ad te veniat, respondierte er vor dem Altar, et in vulva pax hominibus, hörte er das Gloria singen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2000

Sabine Brandt kann dem Roman, der im slowenischen Teil Kärntens spielt, nichts abgewinnen. Sie moniert, dass der Autor, studierter Theologe, seinen Protagonisten, einem durch seine Jugend schwer beschädigten Rentier und Museumsleiter, als reines Sprachrohr für die "eigene Seele" benutzt. Dessen Persönlichkeit interessiere den Autor nicht und in den Ausdrücken und Gedanken seines Protagonisten komme immer wieder der Theologe zum Vorschein, der sein Held der Geschichte nach gerade nicht sein soll. Außerdem kritisiert die Rezensentin die vielen Einschübe und "Geschichtchen", die die Frage aufwerfen, was denn eigentlich das "Kernproblem" des Romans sein soll. So bleibe vieles an der Motivation der Romanfiguren unklar und das Buch biete zwar eine "stattliche Reihe von Antworten", gebe aber keinen Aufschluss, welches die richtige sei.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren