Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Flora Tristan

Meine Reise nach Peru

Fahrten einer Paria

Cover: Meine Reise nach Peru

Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN-10 3458347372
ISBN-13 9783458347378
Taschenbuch, 500 Seiten, 15,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Friedrich Wolfzettel. Mit einem Nachwort von Mario Vargas Llosa. Mario Vargas Llosa hat Flora Tristan, der berühmten französischen Frauenrechtlerin, Sozialistin und Verfasserin kämpferischer Schriften (1803-1844), und ihrem Enkel Paul Gauguin seinen neuesten Roman Das Paradis ist anderswo gewidmet. In Meine Reise nach Peru spricht die unkonventionelle Frau von ihrem bewegten Leben: Um vor ihrem gewaltätigen Ehemann zu fliehen, schifft sich Flora 1833 nach Peru ein, in der Hoffnung auf Zuflucht und finanzielle Zuwendung bei der Familie ihres verstorbenen Vaters. Ihr Reisebericht zeugt von dem wachen Blick, den die damals 30jährige auf die Menschen, ihre sozialen Bindungen und die Politik hat. Eine Gesellschaftsstudie und gleichzeitig die fesselnd zu lesende Autobiografie einer mutigen Frau.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2004

Immer noch lesenswert findet Rezensent Martin Halter den Roman der Frauenrechtlerin, Sozialistin und Paul-Gauguin-Großmutter Flora Tristan. Der Rezensent attestiert ihr "Kühnheit, Idealismus und Naivität" und ein Leben voller Abenteuer, Skandale und schauriger Tragödien. In ihrem Buch beschreibt sie Halter zufolge ihre Ehehölle und das Jahr in Peru. Beides habe sie zur Feministin gemacht und noch vor Marx habe sie ihre Überzeugung verkündet, dass das Proletariat sich nur selber befreien könne. Die kurzen Einblicke, die der Rezensent in das kurze Leben von Flora Tristan gewährt, lassen auf eine bewegende Lektüre schließen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2004

Die Neuauflage dieses autobiografischen Reiseberichts (im Taschenbuchformat) kommt für Andreas Breitenstein wie gerufen, hat doch der peruanische Autor Vargas Llosa gerade einen Roman vorgelegt, in dem er die Lebensgeschichte Flora Tristans verarbeitet. Tristan war das illegitime Kind eines peruanischen Offiziers und einer französischen Mutter, und nachdem sie mit 22 Jahren ihren gewalttätigen Ehemann verlassen hatte, befand sie sich jahrelang auf der Flucht, skizziert Breitenstein die Lebenssituation von Tristan. Ihre einjährige Reise zu den entfernten Verwandten nach Peru im Jahr 1833/34 stellt ein Zäsur in ihrem Leben dar; ihr 1938 veröffentlichter Reisebericht öffnete ihr die Türen der Pariser Salons, weiß der Rezensent, wohingegen sich die bürgerliche peruanische Gesellschaft brüskiert sah, von der Tristan ein ätzendes Sittengemälde abgeliefert hätte. Zugleich hat Tristan in Peru ausgesprochen selbstbewusste Frauen kennen gelernt, und erst diese Erfahrung habe sie, vertritt Breitenstein die These, von der Rebellin zur Strategin werden lassen, die die Befreiung der Arbeiterschaft nur über den Weg einer Emanzipation der Frauen möglich sah. Tristans Reise nach Peru war das Jahr ihrer persönlichen Reifung, macht Breitenstein auf das Büchlein neugierig.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren