Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Fernando Vallejo

Blaue Tage

Eine Kindheit in Medellin

Cover: Blaue Tage

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN-10 3518420186
ISBN-13 9783518420188
Gebunden, 222 Seiten, 22,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Spanischen von Elke Wehr. Eine Kindheit in Medellin, der verlässlich chaotischen Stadt, in der Fernando Vallejo in den vierziger Jahren des fast schon betrauerten vergangenen Jahrhunderts aufwächst. Leichen schwimmen schon damals in den Flüssen, doch noch ist Kindheit ein Zelt blauer Tage. Eine Idylle hat Fernando Vallejo dennoch nicht zu erzählen. Zu wach, zu empfindlich reagiert das Kind auf die Stumpfheit seiner Mitwelt, auf gedankenlose Rede und falsche Töne, zu ausgeprägt ist sein Widerspruchsgeist. "Blaue Tage" ist das Porträt des Künstlers als garstiges Kind und liebessehnsüchtiges Wesen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.04.2009

Viel von der Größe Fernando Vallejos steckt für Uwe Stolzmann schon in dieser frühen, autobiografischen Prosa. So obsessiv Stolzmann das Kreisen von Vallejos Texten um die Stadt Medellin findet, so erstaunlich erscheint ihm das Aufgehen der kleinen Anekdoten um den "kleinen Fernando" zwischen Salesianerpatern und Kokainbaronen in der "großen Geschichte". Für Stolzmann verfügt "Blaue Tage" über das Potential, vermittelt über vertraute "Topoi und Posen" den ganzen Vallejo zu zeigen, das Anrührende und Bittere, den Hass und die Liebe - in Medellin, diesem "Abbild der Hölle". Durch sein meisterhaftes Spiel mit Stoff und Sprache erinnert der Autor den Rezensenten an Gabriel Garcia Marquez in seinen besten Zeiten.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2009

Fernando Vallejo, der mit seinem morbiden und brutalen Roman "Die Madonna der Mörder" notorische Berühmtheit errang, lässt in seinem autobiografischen Roman "Blaue Tage" von 1985 seine kolumbianische Heimatstadt Medellin in wesentlich sanfterem Licht aufscheinen, stellt Florian Borchmeyer fest. Doch auch wenn der kolumbianische Autor, der seit langem im mexikanischen Exil lebt, das Medellin der 40er Jahre, in dem er seine Kindheit verbrachte, als provinzielle Kleinstadt mit anekdotischen Skurrilitäten ausschmückt, sie erscheint auch hier alles andere als idyllisch, betont Borchmeyer. Die mit Motiven des Magischen Realismus kunstvoll durchsetzten Erinnerungen sind von leidvollen Erfahrungen, wie den sadistischen Mönchen, die das Kind Vallejo unterrichteten, oder dem Ausbruch des Bürgerkriegs durchzogen. So grundiert ein Ton von "tiefem Pessimismus" den autobiografischen Roman, aus dem immer wieder allgemeine "Misanthropie" und eine seltsame "reaktionäre Verbitterung" hervorscheint, wie der Rezensent bemerkt. Das aber soll keineswegs als Kritik an diesem Roman verstanden werden, den Borchmeyer im Gegenteil als stilistisch virtuos und wegen seiner glänzenden Verknüpfung von Fiktion und Wirklichkeit begeistert preist.

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Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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