Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ferdinand Seibt

Das alte böse Lied

Rückblicke auf die deutsche Geschichte 1900 bis 1945

Piper Verlag, München - Zürich 2000
ISBN-10 3492041965
ISBN-13 9783492041966
Gebunden, 403 Seiten, 24,54 EUR

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Klappentext

Ferdinand Seibt versucht zu ergründen, was unsere Großväter und -mütter wirklich wissen konnten, was sie wirklich zu sehen vermochten und was sie wirklich bewegt hat. Nicht den nachträglichen Erklärungsmustern gilt sein Interesse, sondern den Erfahrungen und Erlebnissen, auch den Ängsten, Hoffnungen und Träumen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.12.2000

Friedrich Prinz hält diesen Band für ein "bedeutendes, im besten Sinn pädagogisches Buch", in dem der Autor jedoch auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet und das keine Anklage an die Generation der Väter und Großväter darstellt. Noten werden vom Autor nicht vergeben, betont Prinz. Eine große Stärke des Buchs liegt nach Ansicht des Rezensenten vor allem darin, dass Seibt nicht die ausgetretenen Pfade eines "Katastrophenreports diplomatisch-faktografischer Art" beschreitet, sondern sich vielmehr auf massenpsychologische Phänomene konzentriert und dabei die bekannten Stereotypien vermeidet. Schwerpunkt in dem Buch ist, wie Prinz erläutert, der "Nationalitätenkampf zwischen Tschechen und Deutschböhmen/Sudetendeutschen", zu dem es nach Ansicht des Rezensenten in der Gegenwart Parallelen gibt, etwa bei Flamen und Wallonen oder im Baskenland. Und so wertet er Seibts Buch auch als Appell an die Gegenwart, als einen großen Essay, in dem auch Hoffnung mitschwingt. Bedauerlich findet der Rezensent lediglich, dass manche Behauptungen nicht näher begründet werden und Seibt an mancher Stelle etwas pauschal wird, etwa wenn er behauptet, "die größten Zeitungen seine `in jüdischer Hand` gewesen". Auch das Literaturverzeichnis hätte ausführlicher ausfallen können, so Prinz. Doch alles in allem findet der Rezensent, dass niemand das Buch lesen kann, "ohne in Zustimmung wie Widerspruch tief berührt und in Atem gehalten zu sein".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.04.2000

Ein solches Buch hat Johannes Wilms vermisst. Seibt habe das "anekdotischen Parlando" unserer Urgroßväter "genau getroffen", schreibt er und rühmt das "große literarische Talent" des Autors, das er bei einem emeritierten Ordinarius für Geschichte nicht vermutet hätte. Auch wenn der Autor eigentlich nichts Neues erzähle, gelinge es ihm doch immer wieder, Altbekanntes "in ein neues Licht zu rücken". Als Beispiel nennt Wilms die Beschreibung der deutschen Intellektuellen, die ihre jüdischen Kollegen nicht verteidigt haben und, so der Autor, `Verrat an intellektueller Solidarität` geübt haben. Eine Vergleich mit Sebastian Haffners "Anmerkungen zu Hitler" habe das Buch "nicht zu fürchten", resümiert der begeisterte Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren