Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Evelyn Adunka

Der Raub der Bücher

Über Verschwinden und Vernichten von Bibliotheken in der NS-Zeit und ihre Restitution nach 1945

Cover: Der Raub der Bücher

Czernin Verlag, Wien 2002
ISBN-10 3707601382
ISBN-13 9783707601381
Gebunden, 309 Seiten, 26,50 EUR

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Klappentext

Im Mai 1945 fanden Offiziere der britischen Besatzungsmacht im konfiszierten Olivetanerkloster Tanzenberg in Kärnten eine Bibliothek mit 500.000 bis 700.000 Bänden: zum einen aus der ausgelagerten Zentralbibliothek der Hohen Schule der NSDAP, zum anderen aus Bibliotheken, die von Einsatzstab-Reichsleiter Rosenberg (ERR) vor allem in Frankreich und in der Sowjetunion geraubt worden waren. In der umfangreichen Literatur über den Kunst- und Kulturgutraub der Nationalsozialisten hat bisher eines gefehlt: die systematische Untersuchung des Raubs von Büchern und Bibliotheken. "Der Raub der Bücher" arbeitet nun erstmals diesen Aspekt des NS-Kunstraubes auf.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2002

Im Gegensatz zum Thema des "nationalsozialistischen Kunstraubs", das in den letzten Jahren zunehmend öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hat, wie Rezensent Paul Jandl erklärt, ist das Thema des Bücherraubs bislang unerforscht geblieben. Der Wiener Historikerin Evelyn Adunka verdankt man nun den "ersten, umfassenden Versuch", so Jandl, "die Geschichte der unter dem Nazi-Regime gestohlenen Bibliotheken aufzuzeichnen". Adunka, so der lobende Rezensent, ist es "mit großer Präzision und unterschiedlichsten Fallstudien" gelungen, ein "Gesamtbild" des Bücherraubs zu zeichnen. Dieser zielte darauf ab, wie Jandl bei Adunka gelesen hat, eine "Zentralbibliothek der Hohen Schule" zusammenzustellen, die nach dem Krieg das Herzstück einer nationalsozialistischen "Eliteforschungsstätte" werden sollte. Die Bücher, referiert Jandl weiter, stammten größtenteils aus jüdischen Bibliotheken in Paris, Brüssel, Amsterdam, Prag oder Wien. Die "verschlungenen Wege", die die geraubten Bücher gegangen sind, hat Adunka geradezu "akribisch" erforscht, bemerkt Jandl anerkennend. Besonders aussagekräftig findet er auch, dass die Autorin ihre Studie mit einem "Glossar nationalsozialistischer Euphemismen" abschließt, denn - und dass ist Adunkas Schluss - die 'Beschönigungen' hätten nach dem Krieg keineswegs ein Ende genommen. Die Aufarbeitung stehe weitgehend still; nur die Bücher, die von ihren ehemaligen Besitzen beantragt wurden, seien auch zurückgegeben worden. In diesem Sachverhalt sieht Jandl große Ähnlichkeiten mit dem des Kunstraubs: "Verschwiegenheit bis zum Ende des Krieges, Schweigen danach."

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2002

Bücherraubend zog der "Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg" im nationalsozialistischen Auftrag durch die europäischen Bibliotheken und ließ schätzungsweise vier Millionen Bände mitgehen, teils zur Bewahrung, teils zur Vernichtung. Beträchtliche Teile dieser Raubstücke sind 1945 im österreichischen Kloster Tanzenberg wieder aufgetaucht und, soweit möglich, restituiert worden. Sehr verdienstvoll findet sie es, daran lässt die Rezensentin Eva Menasse keinen Zweifel, dass sich die Historikerin Evelyn Adunka des dunklen Kapitels angenommen hat, mit dem Ergebnis ist sie jedoch nicht sehr glücklich. Zwar scheint ihr die "Darstellung von Einzelschicksalen" gelungen, etwa desjenigen des Indogermanisten Norbert Jokl, dessen Bibliothek nach seiner Ermordung durch die Nazis an die Österreichische Nationalbibliothek fiel. Insgesamt aber geht es ihr in dem Buch zu sehr durcheinander - was nicht zuletzt durch den Gegenstand bedingt ist, wie sie einräumt - , jeder "Ansatz zur systematischen Darstellung" fehlt.

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Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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