Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Eva Lezzi

Zerstörte Kindheit

Literarische Autobiografien zur Shoah

Böhlau Verlag, Köln 2001
ISBN-10 3412164003
ISBN-13 9783412164003
Gebunden, 385 Seiten, 39,88 EUR

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Klappentext

Dieses Buch widmet sich autobiografischen Texten, in denen Kindheit und Shoah auf traumatische Weise miteinander verknüpft sind. Untersucht werden literarische Zeugnisse von Autoren, die in ihrer Kindheit als Juden verfolgt wurden und diese Erfahrungen Jahrzehnte später literarisch darstellen und reflektieren. Das Augenmerk richtet sich dabei auf Schrifstellerinnen und Schriftsteller, die ihre frühe Kindheit und ihre Sozialisation in Deutschland oder Österreich erfahren haben bzw. deren Eltern aus Deutschland stammen. Eva Lezzi untersucht die Kindheitsautobiografien nicht nur als besondere Form literarischer Erinnerung. In einer interdisziplinären Annäherung bezieht sie auch die geschichtlichen Bezüge, die unmittelbare Lebenssituation der Kinder und die psychische Wirkung von Traumatisierungen im Kindesalter mit ein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2002

Ein großes Lob spricht der mit "aki" zeichnende Rezensent der Literaturwissenschaftlerin Eva Lezzi aus. Nachdem die Berichte von Holocaustüberlebenden zunächst stark dokumentarisch und später dann biografisch aus der Sicht von Erwachsenen waren, habe sich im Laufe der Zeit ein neues Genre herausgebildet, das die Autorin nun zum Thema ihrer Untersuchung gemacht habe: die Kindheitsautobiografie. Dabei zeige sich die Wissenschaftlerin den der Thematik innewohnenden Problemen absolut gewachsen. Das Genre beinhalte nämlich nicht nur historische oder biografische Dimensionen sondern auch psychologische und moralische. Der Autorin gelänge es, so lobt der Rezensent, all diese Aspekte mit in ihre Untersuchung einzubeziehen und zu verknüpfen, ohne dass einer von ihnen zu kurz käme.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.07.2001

Gleich zu Beginn seiner Rezension verweist Thomas Meyer auf die Besonderheit von Eva Rezzis Auseinandersetzung mit jüdischen Opfern des Nationalsozialismus: die Schweizer Germanistin konzentriert sich in ihrer Arbeit ausschließlich auf Kindheitsbiografien jüdischer Überlebender, betont er. Dass Rezzi in ihrer Arbeit nicht mit dem literaturwissenschaftlichen Seziermesser zu Werke gehe, sondern sich psychoanalytischer Theoreme bedient, hebt er als besonderes Plus heraus. Auch Rezzis Verfahren der "exemplarischen Einzelinterpretation" gefällt ihm, denn dadurch bleibe jedes Schicksal ein Sonderfall. Lezzis Blick sei geprägt von sympathischer Distanz, lobt der Rezensent abschließend. Weder anmaßende Einfühlung noch Popularisierung finde man hier, dafür aber das Bestreben, die Sprache der analysierten Texte in ihrer Materialität nicht anzugreifen und sich damit an die Mahnung des Philosophen Ernst Cassirer zu halten, dass sich in der Erhaltung der Form Humanität zeige.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren