Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Etel Adnan

Im Herzen des Herzens eines anderen Landes

Cover: Im Herzen des Herzens eines anderen Landes

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN-10 3518416499
ISBN-13 9783518416495
Gebunden, 130 Seiten, 14,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Christel Dormagen. Etel Adnans Aufzeichnungen aus dreißig Jahren kommen aus Beirut, aus Paris, aus Sausalito, von einer griechischen Insel. Die libanesische Autorin, Exilantin in Europa und Nordamerika, navigiert in der Gegenwart. Schutzlos, als beteiligte Beobachterin, antwortet sie auf das, was sie sieht und erfährt - mit Dichtung; im letzten Kapitel auf den unausweichlich nahenden Irakkrieg.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2004

"Sehr persönlich, doch nicht privat" wirken die Aufzeichnungen Etel Adnans auf den Rezensenten Carsten Hueck. Formal antwortet die im Libanon geborene und heute in Amerika lebende Autorin darin auf den gleichnamigen Band des Autors William H. Gass. Adnan bezieht sich auf gleichen Stichwörter, die Gass als Ausgangspunkt seiner Gedanken benutzt hatte, informiert Hueck. Während Gass jedoch Nordamerikaner ist, entstehen durch die arabischen Wurzeln Adnans "Interferenzen", meint der Rezensent, dem bei der Lektüre auch wieder einmal die kulturell bedingte Unterschiedlichkeit der menschlichen Erkenntnis und Erfahrung vor Augen geführt wurde. Adnan benutze das Schreiben auch, um sich selbst in den verschiedenen Kulturen und Ländern, denen sie angehört und in denen sie gewohnt hat, zu "verorten". So gehen ihre Beobachtungen des Alltags in philosophische und politische Reflexionen über, die alle zusammen schließlich die vorliegende Autobiografie ergeben, erklärt der Rezensent.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.09.2004

Es ist eine Art Vexierspiel, das der Rezensent Stefan Weidner hier offenlegt. Denn wie schon der Titel des vorliegenden Buches besagt, hat sich die libanesische Autorin Etel Adnan von William Gass' "Im Herzen des Herzens des Landes" inspirieren lassen. In seinem Panoptikum des wahren Amerikas, so der Rezensent, beschreibe der nach "B" zurückgekehrte Gass das dortige Leben, anhand von vielerlei Miniaturen, die sich zunehmend zu einem "mythischen Ort" innerhalb der amerikanischen Provinz zusammensetzen. Auf diese Weise erschaffe auch Adnan einen "Nicht-Ort", oder besser gesagt das "Etel-Adnan-Land, ein Land in dem man gerne leben würde". Bei den Prosaminiaturen, mit denen Adnan bei ihrer Rückkehr nach Beirut begonnen, die sie aber 25 Jahre später in Kaliforniern fortgeführt hat, handele es sich jedoch nicht nur um "Erinnerungen oder versponnene Gedankengänge voller Poesie", sondern durchaus auch um "Charakterstudien, Beobachtungen des amerikanischen Alltags oder gar ins surreale überhöhte Politikfarcen". Auch der Irak-Krieg findet schließlich Erwähnung auf eine Art und Weise, die den Rezensenten staunen machen: "Nüchterner als hier sind Schmerz, Wut und Verzweiflung selten erzählt worden." Diese Objektivität gelinge Adnan - in einer Art "grammatischen Erleuchtung" - durch den Gebrauch des Infinitivs, in dem das Subjekt vollkommen verschwinde, was Weidner fast schon für die Beschreibung einer "neuen condition humaine" hält.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren