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Klappentext
Herausgegeben von Gerardo Cunico. Ernst Bloch hat seit seiner frühen Jugend versucht, der "Zerstreuung" der Kultur der Jahrhundertwende einen "Systemwillen" entgegenzusetzen. Von einer solchen theoretischen Arbeit, die bis zum Zweiten Weltkrieg andauerte, wusste man bis jetzt so gut wie nichts. Sie wird hier erstmals veröffentlicht. Der Band "Logos der Materie" dokumentiert diese theoretische Auseinandersetzung vor allem auf dem Gebiet, das in seinen Werken am wenigsten repräsentiert und doch für sein Denken fundamental ist: dem der Logik. Dem Band liegt vor allem die Rekonstruktion eines im Nachlass verstreuten Buchmanuskripts aus den Jahren 1934 bis 1937 zugrunde. Die Zusammenstellung der weiteren Texte richtet sich nach den Dispositionen von 1949. Blochs Beitrag zur Logik besteht vor allem in einer praxisbezogenen Erkenntnistheorie und einer utopisch-ontologischen Kategorienlehre.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2000
Rüdiger Bubner, der selbst in den Genuss von Tübinger Vorlesungen Ernst Blochs gekommen war, geht als Philosophie-Experte mit dem vorliegenden Nachlassband kritisch zu Gericht. Er schätzt die mühsame und hingebungsvolle Arbeit des italienischen Religionsphilosophen Gerardo Cunico: "Der Aufwand war erheblich und die Bescheidenheit des Editors berührt sympathisch angesichts einer Kommentierung, die fast ein Drittel des ganzen Buchumfanges ausmacht." Aber Anspruch und Ergebnis dieses Bandes stoßen auch auf Widerspruch: Textbruchstücke, angefangene und abgebrochene Manuskripte, Blöcke mit beigefügten, kürzeren oder längeren Zusätzen und eingestreute Zettel gestalten die Lektüre außerordentlich beschwerlich, klagt Bubner. Diese Zusammenhanglosigkeit stört ihn deshalb, weil hier im Anspruch ein System im Denken Blochs entworfen werden sollte. Und das sei unmöglich, meint der Rezensent. Schritt für Schritt hat er die einzelnen Abschnitte des Bandes untersucht und kommt zu dem Schluss, dass eine Gesamtkonstruktion in Blochs Abhandlungen nicht zu finden ist. Blochs Sache sei es vielmehr gewesen, Philosophie zu verkünden. Der Rezensent hält den Wunsch nach einer Rekonstruktion des Blochschen Denkens für Blasphemie.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2000
Dies vom italienischen Bloch-Herausgeber edierte Buch aus dem Nachlass Blochs gewährt nach den Worten des Rezensenten mit dem Kürzel "lx." einen überraschenden Einblick in das Werk des Philosophen. Es zeige, dass Blochs wesentlich bekanntere Philosophie der Hoffnung und der Utopie keineswegs auf ein Wolkenkuckucksheim verweise, sondern eine strenge logische Grundierung aufweise. Der Rezensent weist darauf hin, dass es sich hier um Manuskripte aus den Jahren 1934 bis 37 handelt. Ihre Diktion erinnert ihn manchmal "an einen anderen Denker aus dem süddeutschen `Geniewinkel`".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2000
Der schlaue Ludger Lütkehaus hat sich die neue Zusammenstellung von Bloch-Texten aus dem Nachlass angeschaut. Er entdeckt ihn darin als Philosophen des Anfangs, den Bloch nicht als voraussetzungslos konstruieren will wie Descartes oder Hegel, sondern in seinem unabgeschlossenen Verweischarakter auf das Folgende. Da steckt schon Blochs "ganze prozessuale Logik" drin und "einige bemerkenswerte Neuentdeckungen" sind auch zu machen, aber leider mutet die Edition "halbherzig" an: Das umfangreiche Buchmanuskript "Theorie und Praxis der Materie" (1934-1937) findet sich darin nur zum Teil, andere Manuskripte sind hinzugekommen.
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