Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Französischen von Uli Aumüller. Eine Insel, dreieinhalb Kilometer lang und anderthalb breit. Dort lebt Gilles, der frühere Freund Cocteaus, Übersetzer und Herr über 47 Katzen. Er soll Nabokovs "Ada" übersetzen, ein so schwieriges Unterfangen, daß er die Briefe des Verlegers aus Paris vorsichtshalber ungeöffnet läßt. Als die Situation nach Jahren unhaltbar wird, entschließen sich die Inselbewohner zu einem Akt unerwarteter Solidarität ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.10.2000
"Sympathisch-altmodisches Bildungsgeklingel", "Altherren-Erotomanie", "selbstreferenzieller Luftballon". Das wird man nicht lesen müssen. Oder doch? Trotz seiner wort- und einfallsreichen Schelte lässt uns Dirk Fuhrig ein wenig ratlos zurück über diesen "Bretagne-Roman" Erik Orsennas. Denn ob die als "eine Art Schlüsselroman" angelegte Geschichte eines in Schöpfereinsamkeit auf den Spuren Nabokovs wandelnden Autors nun besticht durch ihre "feinen, delikaten Sätze" und einen "Hauch von Geheimnis hinter der kühlen, intellektuellen Brillanz" oder doch nur in der Nase sticht wie "der von der Ebbe zurückgelassene Schlick des Strands an einem schwülen Nachmittag" - das bleibt im Dunkeln.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2000
Thomas Laux hat die Lektüre des Buches offenbar viel Vergnügen bereitet, und so erzählt er begeistert von Orsennas Schilderungen einer eingeschworenen Inselgemeinschaft, die sich nicht nur durch praktizierte Solidarität, sondern vor allem auch durch ihre "Paris-Phobie" auszeichnet. Bei dieser Phobie, so klärt uns der Rezensent auf, handelt es sich um ein "für Frankreich-Unkundige - also Ausländer und Pariser -" kaum durchschaubares Phänomen". Laux gefällt es, wie Orsenna die Neurosen der Inselbewohner satirisch auf die Schippe nimmt, und auch die Übersetzung findet er "jederzeit wetterfest bzw. wasserdicht".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Claus-Ulrich Bielefeld hat diesen kleinen Roman über einen Übersetzer, der sich an Nabokov die Zähne ausbeißt, sehr gemocht und lobt Orsenna für die Leichtigkeit und Melancholie seines Stils. Besonders hat es Bielefeld die Insel-Atmosphäre des Buchs angetan, das auf einer nicht näher bezeichneten, weltentrückten Insel im Ärmelkanal spielt. Eine "Erzählinsel", meint Bielefeld zu dem Roman und schwärmt von der Seeluft, von der er durchweht sei.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2000
Glückliches Frankreich! Denn "die Franzosen lieben ihre Sprache. Minister werden zu ihrem Schutz ernannt", scrhreibt Sandra Kerschbaumer. Dies sei nun also ein "Roman zur Frankophonie". Dummerweise hat er die Rezensentin nicht gerade begeistert. Die Fabel um einen Nabokov-Übersetzer, der sich mit anderen Frankophonen zusammentut, um das Buch termingerecht abzugeben, findet sie künstlich, Orsennas Ironie fadenscheinig. Die Konstruktion scheint ihr alles in allem ein bisschen zu ideologisch und frankofranzösisch, als dass sie an diesen Roman glauben könnte.
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