Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Erich Weede
Asien und der Westen
Politische und kulturelle Determinanten der wirtschaftlichen Entwicklung
Klappentext
Warum haben sich verschiedene Zivilisationen wirtschaftlich so unterschiedlich entwickelt? Weshalb gelang im Westen die Überwindung der Massenarmut, nicht aber in anderen Kulturkreisen, z.B. in den asiatischen Hochkulturen? In seiner Untersuchung identifiziert der Bonner Soziologe Erich Weede Merkmale der jeweiligen Herrschaftssysteme als entscheidende Determinanten der wirtschaftlichen Entwicklung und zeigt die enge Verknüpfung von politisch-kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren auf. Seine Befunde illustriert Weede in erster Linie am Beispiel Chinas und Westeuropas. Dabei zeigt sich: aus der relativen Schwäche der westlichen Herrscher resultierte ein größerer Respekt gegenüber den Rechten der Untertanen. Gesicherte Eigentums- und Verfügungsrechte von Händlern und Produzenten führten zu einer rascheren wirtschaftlichen Entwicklung. Weedes neuartiger Ansatz zeigt auch die Rückwirkungen der ökonomischen Entwicklung auf die Politik auf.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2000
Nach Gerd Habermann geht der Autor in diesem "glänzend zusammenfassenden Buch" der Frage nach, wieso der "Kapitalismus, Wissenschaft und industrielle Wirtschaftsform" sich in europäischen Zivilisationen wesentlich stärker durchsetzen konnten als beispielsweise in China oder islamischen Kulturkreisen. Das wichtigste Ergebnis ist für Habermann dabei, dass durch die Nicht-Zentralisation Europas ein stärkerer Wettbewerb gefördert wurde. "Zentralisation des Wissens und der Gewalt", wie beispielsweise in China, hat sich demnach sowohl auf Wohlstand als auch auf Demokratie und Selbstbewusstsein der Bevölkerung negativ ausgewirkt. Die größte Gefahr für den Westen - hier ist Habermann mit dem Autor völlig einer Meinung - ist demnach die "Einschränkung von Eigentumsrechten, Umverteilung und Macht der `rentensuchenden` Interessengruppen". Dass Weede im Wohlstand auch einen Schutz gegen die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen sieht, findet Habermann jedoch sehr "optimistisch". Seiner Ansicht nach spielen bei Kriegen durchaus auch andere Interessen eine wesentliche Rolle.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.08.2000
Wolfgang Kasper hat dieses Buch offenbar mit einigem Gewinn gelesen. So stellt er zunächst Weedes wichtigste These vor, nach der "Gleichheit vor dem Recht, sichere Eigentums- und Verfügungsrechte und offener Wettbewerb" unerlässlich sind für Wirtschaftswachstum und damit auch für Demokratie - eine These, die bei Kasper offenbar auf Zustimmung trifft, zumal der Autor dies auch mit solidem Hintergrundwissen plausibel machen könne. Kasper weist in diesem Zusammenhang auf Weedes Untersuchungen über die Verhältnisse in zahlreichen asiatischen Ländern, sowie im "Islam, Russland und westlichen Gesellschaften" hin. Besonderes Augenmerk hat Weede, wie der Leser erfährt, auf die Frage gerichtet, wieso Sach- und Humanressourcen so häufig nicht ausreichend genutzt werden. Hier steht Weede, so der Rezensent, Hayek und der österreichisch-liberalen Schule nahe, nach der "sichere Eigentumsrechte und ein kleiner, konstitutioneller Rechtsstaat" die Zuversicht vermitteln, dass es sicht lohnt, Wissensreserven in der Bevölkerung zu mobilisieren - etwas, was in der Dritten Welt nur wenig ausgeprägt sei und in den Industrienationen derzeit abnehme. An anderer Stelle betont Kasper Weedes Nähe zum australischen Wirtschaftshistoriker Eric Jones, der für die Offenheit der Wirtschaftssysteme plädiert, weil dies die Politik dazu zwingen würde "verbesserte Institutionen anzubieten".
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