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Klappentext
Ein Roman über ganz normale Menschen, die Geschichte machen. Sie geraten hinein in die Ereignisse des 17. Juni 1953, an dem eine unbedachte Äußerung, eine leichtsinnige Unterschrift, ein übermütiger Auftritt über Knast oder Karriere entscheidet.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.02.2006
Erich Loests "flotte Kolportage" vom Aufstand am 17. Juni habe Beachtung verdient, auch wenn "kein großer Roman" herausgesprungen sei, findet Jörg Magenau. Aus den Blickwinkeln sehr unterschiedlicher Protagonisten, vom Arbeiter bis zum Funktionär, veranschauliche Loest die "komplizierte Gefühlslage" dieser Tage. Der Rezensent weiß jetzt jedenfalls mehr über die innere Geschichte der DDR. Die "detailgenaue und erfahrungsgesättigte" Schilderung der Haft gefällt Magenau ebenfalls, weniger begeistert ist er von der typisierten Darstellung der Charaktere, der "kreuzbraven" aber "handwerklich soliden" Erzählweise und dem eher "biederen Tonfall". Das Buch wirke, als wäre es 1953 geschrieben worden, und erscheint als "Produkt des sozialistischen Realismus". Und die Frauenfiguren überzeugen den Rezensenten ebenfalls nicht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2005
Ebenso genau wie unterhaltsam hat Erich Loest nach Ansicht von Rezensentin Sabine Brandt in seinem neuen Roman die Ereignisse rund um den 17. Juni 1953 geschildert. Besonders die "reichhaltige Personage, vom ausgebeuteten Proletarier bis zum Staatssicherheitsfunktionär" haben die Rezensentin tief in das Geschehen von damals hineingezogen, wie sie schreibt, welches sie auf diesem Weg lesend fast als "Quasibeteiligte" miterleben konnte. Die Rezensentin schreibt diese Qualität der einfühlsamen Methode zu, mit welcher Loest seine Figuren inszeniert. Denn so politisch die Voraussetzungen der verschiedenen Lebensläufe auch seien, lesen wir, das Leben selbst habe in Loests Beschreibungen immer seinen Alltag, es verlaufe "stets auf eine Weise, "dass wir uns hineinfühlen und erfassen können, was die Personen gerade tun und warum sie es tun".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2005
Nun gut, räumt Beatrix Langner ein, ganz neu ist das alles nicht, was Erich Loest hier über den 17. Juni erzählt, aber er tut dies so ordentlich, wie man es von einem "Volkserzähler und gründlichen Romanhandwerker" erwarten kann. "Sommergewitter", erklärt Langner, ist ein Gruppenporträt von Menschen, denen der Aufbau des Sozialismus und die Machtentschlossenheit der SED zum Verhängnis wird: Der Sozialdemokrat Manfred Mannschatz, seine Tochter, der Stasi-Chef von Halle, seine untreue Ehefrau, die angebliche Kriegsverbrecherin. Sehr genau findet Langner nacherzählt, wie "innerparteiliche Krisen, Lüge, Verrat und Korruption in den eigenen Reihen" den Arbeiterstreik zum politischen Aufstand haben werden lassen. Hierin macht sie auch die literarische und historische Bedeutung des Roman aus. Hin und wieder scheint aber ein gewisses Unbehagen in den Zeilen der Rezension durch, mit dem die Kritikerin aber nicht so recht herausrücken will; sie spricht allerdings davon, dass es eine "sozialdemokratische Gesinnung" sei, die "zuletzt die moralischen Urteile über die Figuren" fällt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.09.2005
Ohne jegliche Abstriche feiert Udo Scheer Erich Loests "Sommergewitter" als einen "großen" und den "ersten überzeugenden Roman" über den DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Loest, der sich in den verschiedenen Milieus seiner diversen Protagonisten, seien es nun Arbeiter oder SED-Funktionäre, laut Rezensent "bestens" auskennt, schildere die Geschichten und Erlebnisse rund um die dramatischen Ereignisse dieser Tage "lebensprall und mit verblüffender Detailfülle". Dabei enthalte sich Loest bei aller "eruptiven Wucht" der Umstände jeglicher nachträglichen Wertung, staunt Scheer, der hinter diesem Beispiel "packender Zeitgeschichte" ein "gutes Stück" eigener Erfahrung des Autors vermutet. Loest, der selbst im berüchtigten "Roten Ochsen" in Halle in Haft war, wisse wohl, "wie Kübel stinken" und lasse in diesem Roman auch etwas von seinem damaligen Selbstverständnis aufleuchten. Und wie auch schon in seinen vorherigen Büchern vermag es Loest immer noch, die "Normalität des Absurden" in der DDR im Allgemeinen und während der schwülen Sommerwochen von 1953 im Besonderen darzustellen.
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