Bücherschau der Woche
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Klappentext
Gattung: Biographie. Mit Werken wie "Herz der Finsternis" oder "Lord Jim" hat Joseph Conrad Klassiker der Weltliteratur geschrieben. Zum 150. Geburtstag erscheint jetzt eine neue Biographie, welche den Orten, Menschen und Themen nachgeht, die in Conrads Leben und Werk eine Rolle spielen. Wir erfahren von der Kindheit in Polen und der Entscheidung, zur See zu fahren. Wir begleiten ihn auf Reisen durch den Malayischen Archipel und den Kongo, erleben seine ersten Versuche, in einer fremden Sprache zu schreiben, und lernen die Menschen kennen, mit denen er Umgang hatte. Gleichzeitig führt Elmar Schenkel in die wichtigsten Werke ein und beleuchtet die Hintergründe ihrer Entstehung und Themen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2008
Zu Joseph Conrads 150. Geburtstag im letzten Dezember sind zwei neue Biografien des Autors erschienen - neben dieser noch Jonathan Stapes "Im Spiegel der See". Sie sind, wie der (kürzlich jung verstorbene) Rezensent Uwe Pralle feststellt, denkbar unterschiedlich angelegt, beide lesenswert und ergänzen sich darum bestens. Während Stape nämlich betont nüchtern die nicht sehr vielen Fakten aus Conrads Leben referiert, sei das Buch des in Leipzig lehrenden Anglisten Elmar Schenkel als essayistische Umkreisung von Leben wie Werk angelegt. So geraten die polnische Geschichte, aber ebenso die Nachwirkungen des Autors in den Blick - und vieles mehr, teilweise aus unterschiedlichen Perspektiven. Man bekomme so den Eindruck, der Verfasser schreibt das Leben in mehreren Schichten, es werde "wie Filmmaterial mehrfach" belichtet. Ins Zentrum seiner literarischen Analysen, die aber auch den politischen Aspekt von Conrads Schreiben betonen, rückt Schenkel die Erzählung "Das Herz der Finsternis", die durch Coppolas Verfilmung "Apocalypse Now" heute auch Conrads bekanntestes Werk ist. So nahe dem Autor zu kommen ist, so nahe kommt ihm, wie Pralle findet, Elmar Schenkel. Die Widersprüche aufzulösen: das könne ihm angesichts eines Autors, der sich gegen alle biografischen Zumutungen stets abgeschirmt hat, so wenig wie allen anderen gelingen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.12.2007
Anlässlich des 150. Geburtstags von Joseph Conrad sind zwei Biografien erschienen, die John von Düffel in Augenschein genommen hat. Elmar Schenkel versucht sich dem sein Leben stets aufs Neue mystifizierenden und verschleiernden Schriftsteller auf assoziativen, Exkursen folgenden Wegen anzunähern, konstatiert der Rezensent, der eingenommen feststellt, dass der Autor dabei gar nicht den Anspruch hat, das "Rätsel" Conrad vollständig zu lösen. Sehr angemessen findet Düffel die Metapher der Reise, die das Leben zwischen Wirklichkeit und Fiktion des aus Polen stammenden Kapitäns, der seine Bücher auf Englisch verfasste und sich eine ganz neue Identität auf den Leib schrieb, zu fassen sucht. Schenkel ist deutlich mit der Fabulierlust und der Faszination an den Übergängen von Traum und Wirklichkeit infiziert, die so markant das Werk Conrads prägen, stellt der Rezensent wohlwollend fest, dem allerdings auffällt, dass Schenkel beredte Spurensuche auch dann nicht ins Stocken gerät, wenn er nicht auf biografische Fakten zurückgreifen kann.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2007
Dem 1857 in Polen geborenen und als Schriftsteller ausschließlich auf Englisch schreibendem Joseph Conrad hat Elmar Schenkel eine Biografie gewidmet, die Christoph Bartmann ausnehmend gut gefallen hat. Weder in Polen noch in England seien die Werke Conrads besonders enthusiastisch aufgenommen worden, wogegen er in Frankreich seinen festen Platz im Literaturkanon habe, teilt der Rezensent mit, der Schenkels Einschätzung, Conrads Werk lasse sich zwischen Kafkas hermetische Innen- und Kiplings Außenwelten einordnen, ziemlich treffend findet. Da Conrad als Schiffsoffizier mehrmals um die Welt gefahren ist, kennt er sich nicht zuletzt im "Verstauen" von Schiffsladungen gut aus, so Bartmann, weshalb er die Analogie, die der Autor von dort zur Schriftstellerei Conrads zieht, sehr plausibel findet. Überhaupt lobt er die Lebensbeschreibung als äußerst aufschlussreich und er scheint die Wertschätzung, die Schenkel dem Schriftsteller entgegenbringt, zu teilen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007
"Lesenswert" ist Elmar Schenkels Biografie von Joseph Conrad allemal, und mehr als das, wenn man Wolfgang Schneider glauben darf. Schenkel beschränke sich nicht nur auf das Leben des einstigen Kapitäns Konrad Korzeniowski, sondern liefere zugleich eine "ausgezeichnete" Einführung in das Werk des spätberufenen Schriftstellers, der mit 37 Jahren seinen ersten Roman vorlegte. An die Eleganz Conrads reicht Schenkel natürlich nicht heran, es sind sogar ein paar "stilistische Macken" zu beklagen, andererseits erfreut Schenkel den Rezensenten durch seine handfeste, geerdete, wenig akademische Schreibe. Und auch die Vorliebe des Autors für Vergleiche zwischen Conrads Welt als Kapitän und seiner Arbeit als Schriftsteller trifft bei Schneider auf fruchtbaren Boden.
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