Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Eine Liebesgeschichte aus der Provinz. Die Liebesgeschichte einer Frau, die zweimal von den Männern, die sie liebt, enttäuscht wird. Ihre Verzweiflung, ihre Erschütterung und ihr Unverständnis entladen sich schließlich in einer Mordtat.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2000
Beatrix Langner geht in ihrer Besprechung des literarischen Debuts der Literaturkritikerin Elke Schmitter zunächst auf die Handlungsebene ein: "ein geschickt gebauter Kurzroman" mit kriminalistischem Rahmen und eingebauten literarischen Zitaten, die dem "mimetischen Sprachporträt einer deutschen Kleinbürgerfrau" Komplexität verleihen. So liest sich der Roman für Langner auf zwei Ebenen: als ein an die Tradition des 19. Jahrhunderts angelehnter Frauenroman, in dem es um mißlungene Lieben und verpfuschte Leben geht, darüber hinaus als ein "klug gebauter Text", der kühl beobachtend den Geschlechterkampf analysiert. Erst der "kalte Blick auf die eigene Misere" jener im Nachkriegsdeutschland zu Mann, Haus und Kind gekommenen Frauen, half den Töchtern diesem Schicksal zu entkommen, schreibt Langner.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.04.2000
Nicht frei von Zynismus ist Helmut Böttigers Rezension, wenn er Elke Schmitters Roman als "hübsch geschildert" oder als "hübsche kleine Fingerübung" beschreibt. Ob er sich in diesem Tonfall auch über ein Buch eines männlichen Kollegen geäußert hätte? Das ist wohl kaum anzunehmen. Im Stil eines ganz putzigen Verrisses geht es weiter: Böttiger stellt fest, welche Mühe sich Schmitter beim Feilen an der Rollenprosa gegeben habe, und dass man nach Lesen des Buches (beispielsweise im Zug) "noch eine Zeitlang einen milden Schwarzweißfilm vor Augen hat". Offensichtlich hat Schmitters Roman doch mehr Eindruck gemacht, als es auf dem ersten Blick erscheint: Der Rezensent befindet sich ohne Zweifel auch nach der Lektüre geistig noch in der Welt der fünfziger Jahre.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2000
Peter Demetz hat viel Sympathie für Elke Schmitter und ihr Romandebüt. Trotzdem findet er es nicht sehr gelungen. Demetz erzählt ein bißchen von Buch und Protagonistin, vollzieht die gewollte Verwandtschaft zu Effie Briest und Madame Bovary nach. All das in leicht gelangweiltem Ton, der ins Euphorische umschlägt an den wenigen Stellen, die ihm gefallen haben. "Nicht unmöglich, einen neuen Roman in der Tradition Flauberts zu schreiben", findet er schließlich und "fühlt die Beweggründe der Autorin", so ein Buch zu schreiben, das er aber dann doch zu "aufgepfropft" und "verschachtelt" findet.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.03.2000
Claus-Ulrich Bielefeld weiß es zunächst zu schätzen, dass Elke Schmitter den Mut aufgebracht hat, als Literaturkritikerin selbst einen Roman zu verfassen - "im Angesicht der lauernden Kritikerschar". Genützt hat ihr dieser Mut jedoch wenig, denn Bielefeld kann sich beim besten Willen nicht für dieses Buch erwärmen. So hält er es für einen schwerwiegenden Fehler, dass Schmitter "aus sehr alten Vorlagen das Strickmuster ihrer Geschichte übernimmt". Er fühlt sich bei diesem Frauenschicksal an die im 19. Jahrhundert in der "Gartenlaube" veröffentlichten (und damals sehr erfolgreichen) Damen-Romane erinnert. Ein wenig Ironie und Sarkasmus hätten in diesem Roman nicht geschadet, findet er. Bielefeld bemängelt darüber hinaus die seiner Ansicht nach wenig fantasievolle Personen- und Handlungsführung.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Andreas Nentwich bedenkt das Romandebüt von Elke Schmitter, selbst Literaturkritikerin, mit lobenden Worten. Ihre Bilanz einer vom Leben enttäuschten Frau, die irgendwann eine Kurzschlußhandlung begeht, ohne damit wirklich zu sich selbst vorzudringen, ist "Rollenprosa, die keine Hohenflüge zuläßt und nur in Grenzen reflektiert erscheint." Achtung, das ist als Kompliment zu verstehen: "In solcher Mimesis liegt die besondere Qualität des Romans." Die Autorin vollzieht mit diesem Buch "einen Brückenschlag" zur Generation der Mütter und Frauen, die an ihrem Hausfrauendasein im Nachkriegsdeutschland erstickt sind und gegen die ihre Töchter, schreibt Nentwich voller Bewunderung, den intellektuellen Aufstand proben mußten. Mit Erfolg
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