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Elisabeth Marum-Lunau
Auf der Flucht in Frankreich
Briefwechsel einer deutschen Familie im Exil 1939 - 1942. Auswahl und Einführung von Jacques Grandjonc
Klappentext
Aus dem Französischen von Doris Obschernitzki.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2000
Birgit Aschmann bespricht in einer Doppelrezension zwei Bücher, die sich aus ganz verschiedenen Perspektiven mit der deutschen Besatzung von Frankreich und der Verstrickung der Wehrmacht in Judenverfolgung und Massenmord beschäftigen.
1. Ahlrich Meyer: "Die deutsche Besatzung in Frankreich 1940-1944". Die Rezensentin lobt das Buch dafür, die Debatte um Verbrechen der Wehrmacht neu anzuregen und neue Details zu liefern, auch wenn viele der Fakten bereits bekannt seien. Als Anliegen der Studie erkennt Aschmann den Nachweis, dass nicht allein die SS, sondern auch die Wehrmacht entscheidend an den Kriegsgreueln im Westen beteiligt war und es sich eben nicht um einen "sauberen", sondern um einen "Weltanschauungskrieg" gehandelt hat. Allerdings findet die Rezensentin, dass die Einzelschicksale der Opfer in der Darstellung zu "blass" bleiben, um ihnen "ein Denkmal zu setzen", wie es erklärtes Ziel des Autors gewesen sei.
2. Elisabeth Marum-Lunau: "Auf der Flucht in Frankreich". Als "gewinnbringend" lobt Aschmann die Veröffentlichung des Briefwechsels, weil er die individuellen Schicksale einer deutschen Familie im französischen Exil illustriert. Die Rezensentin ist berührt von den teilweise "sehr alltäglichen Sorgen", die in den Briefen zum Ausdruck kommen. Die Briefe machten anhand des Schicksals der deutschen Familie Marum ganz deutlich, was ihr gedroht hätte, wenn ihr nicht rechtzeitig die Flucht aus Frankreich gelungen wäre, denn die jüngste Schwester, die als einzige nicht mit den anderen nach Amerika geflohen war, wurde 1943 von den Deutschen ermordet.
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