Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Elisabeth Filhol

Der Reaktor

Roman

Cover: Der Reaktor

Edition Nautilus, Hamburg 2011
ISBN-10 3894017406
ISBN-13 9783894017408
Gebunden, 128 Seiten, 16,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Cornelia Wand. Drei Selbstmorde hat es gegeben unter den Arbeitern im Atomkraftwerk. Einer der Toten ist Loïc, Yanns bester Freund, mit dem zusammen er schon seit Jahren als Zeitarbeiter im Rhythmus der jährlichen Wartungen von Reaktor zu Reaktor zieht. "Neutronenfutter" nennen sich diese Leute selbst, denn für jeden, der wegen zu hoher Strahlenbelastung ausfällt, gibt es sofort willigen Ersatz. Die Arbeiter leben im Wohnwagen oder im Hotel, vereint durch eine gewisse Solidarität, die sich aber bei der fehlenden Arbeitsplatzsicherheit und dem Stress unter der nuklearen Bedrohung schnell verbraucht. Dieser Roman macht die Bedrohung ebenso fühlbar wie die Faszination für das Kraftwerk und die Angst davor.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.07.2011

Tiefen Eindruck hat dieser kurze Roman über die Atomnomaden in Frankreich von Elisabeth Filhol bei Dirk Knipphals hinterlassen. Die Autorin schildert für ihn unerschrocken die Arbeit und den Alltag dieser Leiharbeiter, die in den französischen Atomkraftwerke unter miserablen Bedingungen die Drecksarbeit erledigen und dabei ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen. Neben den Vorgängen im Inneren der Reaktoren, die physikalisch genau und literarisch verdichtete beschrieben werden, sieht Knipphals die Arbeitswelt der Leiharbeiter im Mittelpunkt. Sein Fazit: ein Buch, das Bewunderung verdient.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2011

Mit Lob bedenkt Oliver Jungen diesen Debütroman Elisabeth Filhols über einen wenig bekannten Aspekt der französische Nuklearindustrie, der in Frankreich mit dem Prix France Culture Telerama ausgezeichnet wurde. Im Zentrum des beklemmend realistischen Werks sieht er das Schicksal der Atom-Nomaden, die in Frankreich von Zeitarbeitsfirmen angeheuert werden, um für wenig Geld, aber hoher Gefahr für Gesundheit und Leben die Drecksarbeit - Wartung und Neubestückung mit Kernbrennstoff - in den französischen Reaktoren erledigen, Schicht für Schicht, immer gemäß den Zeiten des Kraftwerks. Jungen attestiert der Autorin, das Leben dieses "Atom-Prekariats" so "kunstvoll" wie "lakonisch" zu schildern.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2011

Alex Rühle zieht den französischen Originaltitel dieses schmalen Erstlingsromans von Elisabeth Filhol dem deutschen vor. "La Centrale", findet er, zielt genauer in das geheime Zentrum dieser von der Autorin so kühl wie ein Abklingbecken beschriebenen Geschichte über Arbeitsnomaden im Reaktorreinigungsgeschäft. An Michel Houellebecq erinnert der Text Rühle wegen dieses nüchternen, mitunter auch von atemberaubenden Bildern geprägten Blicks auf postmoderne Arbeitswelten am Rand der Sichtbarkeit, aber auch an die Tongebung eines Noir-Krimis. Unheimlich erscheint ihm das Beschriebene allemal, schon weil das Atom mit seiner unsichtbaren Gefahr immer präsent ist. Ein Roman, der Rühle mehr für das Thema sensibilisiert als alle Pamphlete.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren