Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Englischen von Peter Torberg. Scheinbar entfernteste Dinge zusammenzuführen, zu entziffern und poetisch zu deuten - das ist die Kraft von Eliot Weinberger. Alles Wesentliche scheint sich für den geografisch und kulturell weit gereisten New Yorker in der Milchstraße der kulturellen und poetischen Zeichen aus Jahrtausenden zu verbergen und zu offenbaren. Mit seinen neuen Essays vereint Weinberger seine klassischen, chinesisch lakonischen Pastiches mit Texten unter anderem zur Fotografie, zur bildenden Kunst, zur Literatur. Etwa über den Dichter Gu Cheng, den exzentrischen Verleger James Laughlin, den Autobiografen George W. Bush und Susan Sontag.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2012
Sehr deutlich ist dem Rezensent Fabian Granzeuer geworden, was einen souveränen Autor ausmacht. Besonders mit Eliot Weinbergers Essay über George W. Bush ist ihm das klar geworden. Darin liest Granzeuer, wie Bush in Yale seinen Mitstudenten einen heißen Kleiderbügel einbrannte, später lässt er seine Ghostwriter in "Decision Points" seine Präsidentschaft Revue passieren: eine Ansammlung von Phrasen, die - a la "Welche Optionen haben wir?" - Entschlusskraft und Bedeutung suggerieren, aber nie irgendeinen Inhalt transportieren. Selten hat der Rezensent den Niedergang des Politischen so plastisch vor Augen geführt bekommen, wobei Weinberger im Gegensatz zu dem martialischen Rhetoriker Bush ganz sanft Wahrnehmungen verändert. Die übrigen Essays streift Granzauer nur in seiner Besprechung, entnimmt den Texten über chinesische Lyrik, Fotografie und Übersetzungen aber, dass "Unerklärlichkeit der Schönheit nicht abträglich" ist.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.12.2011
Frank Schäfer erinnert daran, dass der Übersetzer, Herausgeber und Essayist Eliot Weinberger nach den Anschlägen vom 11. September mit seinen bissigen Bush-Polemiken kurzzeitig zur "Leitfigur" der Linken in den USA wurde. Mit den in diesem Band versammelten Essays wendet sich der Autor wieder vom politischen Tagesgeschäft ab und kommt zu seinem eigentlichen Metier zurück, dem "lyrischen Essay", teilt der Rezensent mit. Er schätzt Weinberger als kosmopolitischen, außerordentlich belesenen und gebildeten Autor, dem es in diesen Essays gelingt, das "Exotische" im Profanen zu entdecken und durch seine auch stilistisch brillante Montagetechnik überhaupt sichtbar zu machen. Ob er sich mit Mitch Epsteins scheinbar ganz alltäglichen Fotografien beschäftigt, denen er Victor Segalens Theorie des Exotischen gegenüberstellt, oder George W. Bushs Biografie, die er mit Foucaults Frage "Was ist ein Autor" konfrontiert: Hier entfaltet sich Weinbergers Talent, weit auseinander Liegendes zusammenzubringen und dadurch nur noch stärker voneinander abzugrenzen, lobt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2011
Angetan ist Sieglinde Geisel von diesem Buch des New Yorker Essayisten Eliot Weinberger. Auch wenn ihr der Essayband ein wenig "disparat" anmutet, findet sie so etwas wie einen roten Faden: die Fremde beziehungsweise das Fremde. Die Texte vermitteln für sie eine wichtige Einsicht: Sich auf das Fremde einlassen zu können, ermöglicht geistige Entwicklung. Dies zeigen für sie die Essays über lateinamerikanische und chinesische Dichter, aber auch die über George W. Bush oder Susan Sonntag. Besonders hebt sie den Essay über die chinesische Dynastie der T'ang (618-907) hervor, in dem Weinberger das Exotische feiere und zugleich die "ferne Kultur in einen Kontext" versetze.
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