Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Elias Khoury

Der geheimnisvolle Brief

Roman

Cover: Der geheimnisvolle Brief

C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN-10 3406466087
ISBN-13 9783406466083
Gebunden, 216 Seiten, 18,50 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Arabischen von Leila Chammaa. Der libanesische Schriftsteller Elias Khoury schildert aus verschiedenen Perspektiven ein rätselhaftes Ereignis, das sich in einem Beiruter Stadtviertel abspielt: Ein Gemüsehändler wird tot in seinem Bett aufgefunden - seine Geliebte steht halbnackt im Schrank und treibt mit ihrem Geschrei sämtliche Nachbarn zusammen. Nach diesem dramatischen Auftakt drehen sich die endlosen Vermutungen, Gerüchte und Spekulationen der Bewohner des Stadtviertels um die Frage, wer für den Tod des Händlers verantwortlich ist. Ein Motiv haben viele ...

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Der geheimnisvolle Brief - Elias Khoury bei C.H. Beck

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2001

Je länger man am "narrativen Knäuel dieses Romans" zupft, mault Rezensent Joseph Hanimann, desto mehr zerfasert das Ganze. Und der Rezensent fragt sich schließlich, "ob die Sache überhaupt ... auf einen geheimnisvollen Kern" hinausläuft oder sich die Fäden einfach verlieren. Um nicht sofort mit der vernichtenden Antwort herausrücken zu müssen, versucht Hanimann erst mal eine Ehrenrettung für den libanesischen Autor, den er zu den "führenden Intellektuellen seines Landes" zählt. So wundert es nicht, dass Khoury natürlich mit dem Geheimnis wie mit einem Spielball jongliert, den er, wie der Rezensent beobachtet hat, "inmitten zahlloser Einwürfe aus Literaturgeschichte, Religion, Philosophie und der kriegsbewegten Landesgeschichte wirbeln lässt". Aber das scheint wenig zu helfen. Denn, lesen wir bei Hanimann, das Geheimnis "verpufft" und versinkt "wie alles übrige" im "gleichförmigen Rieseln der Mutmaßungen über eine Figur, die keine sein will".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2001

Stefan Weidner bezeichnet seinen Leseeindruck als "zwiespältig", doch tatsächlich ist seine Kritik ein regelrechter Verriss. Der Roman, der die blutige Vorgeschichte zum libanesischen Bürgerkrieg zum Inhalt hat, ist seiner Ansicht nach gar keiner, sondern vielmehr ein "Puzzle aus Kapiteln". Eine richtige Geschichte habe der Autor nicht zu bieten, beschwert sich der Rezensent, dem die ständige Geheimniskrämerei Khourys auf die Nerven geht. Denn, so Weidner ärgerlich, es gibt gar kein Geheimnis in dem Buch, sondern nur eine Ansammlung von "absurden und brutalen" Geschehnissen und die seien zudem auch noch in einer avantgardistischen Sprache ausgebreitet, die sich selbst überlebt habe. Allerdings, schließt der Rezensent seine vernichtende Kritik etwas milder, wenn man etwas über den Libanon und die "Absonderlichkeiten der libanesischen Seele" erfahren wolle, sei man hier wohl nicht verkehrt.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2000

Martin Krumbholz kann sich für den Roman nicht begeistern. Zuviel "Geheimniskrämerei" wird ihm in der Dreiecksgeschichte betrieben. Es bleibe unklar, worauf der Autor denn eigentlich hinaus will, moniert der Rezensent in seiner kurzen Besprechung.. "Ungeschickt" findet er es, dass Khoury Marquez zitiert, denn damit fordere er den Leser zum Vergleich mit dem kolumbanischen Schriftsteller heraus, dem er nicht das Wasser reichen könne. Der Rezensent hätte sich statt der "erzählerischen Redundanz" mehr "naive Fabulierlust" gewünscht, attestiert aber dem Autor immerhin eine gewisse "Raffinesse".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren